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Einsam und verlassenSo grausam starb dieser „Dirty Dancing“-Star

„Dirty Dancing“ mit Cynthia Rhodes (l), Jennifer Grey (m) und Patrick Swayze (r) gilt als absoluter Kultfilm.

„Dirty Dancing“ mit Cynthia Rhodes (l), Jennifer Grey (m) und Patrick Swayze (r) gilt als absoluter Kultfilm. Weit weniger bekannt ist hingegen das tragische Schicksal eines anderen Darstellers aus dem Film. (Archivbild)

Er war Teil eines der größten Kultfilme aller Zeiten. Doch das Leben von Robbie-Darsteller Max Cantor endete jung – und auf tragische Weise.

In „Dirty Dancing“ brillierte er als aalglatter Schnösel, der Penny schwängert und Baby bitter enttäuscht. Während der Film zum zeitlosen Kultklassiker wurde, geriet Robbie-Darsteller Max Cantor abseits der Leinwand zunehmend aus der Spur. Nur wenige Jahre nach dem Kinostart endete sein Leben mit gerade einmal 24 Jahren gewaltsam. Ein reales Drama, brutaler als jedes Drehbuch – und bis heute die dunkelste Fußnote von „Dirty Dancing“.

Max Cantor: Recherche zu brutalem Mord wurde zur Todesfalle

Max Cantor war der Sohn von Arthur Cantor († 2001), einem der profiliertesten Broadway-Produzenten seiner Zeit. Der Theatermacher war an mehr als 100 Produktionen beteiligt, darunter Erfolge wie „On Golden Pond“, „The Tenth Man“ und „Private Lives“ mit Maggie Smith.

Cantor wuchs damit mitten im Kosmos der New Yorker Theaterwelt auf und begleitete seinen Vater sogar auf Arbeitsreisen nach London. Später stand er selbst auf der Bühne, unter anderem im Musical „Doonesbury“.

Max Cantor war nicht nur Schauspieler, sondern galt auch als ausgesprochen klug und wissbegierig. Nachdem seine Schauspielkarriere nach wenigen kleineren Rollen weitgehend zum Stillstand gekommen war, orientierte er sich neu und wollte als Journalist arbeiten. Sein Ziel: die dunklen, oft verdrängten Seiten New Yorks sichtbar machen. Recherchen führten ihn tief in die brutale Drogenszene des East Village – ein Umfeld, das ihn zunehmend vereinnahmte. Dort verlor Max Cantor schließlich selbst den Halt.

Der einsame Tod im Apartment

Die Tragödie ereignete sich am 3. Oktober 1991: Polizisten fanden einen jungen Mann leblos in seiner Wohnung im New Yorker Stadtteil Chelsea. Die Diagnose lautete auf eine tödliche Überdosis Heroin. Schnell stellte sich heraus, dass es sich um Max Cantor handelte, der nur vier Jahre zuvor noch in „Dirty Dancing“ zu sehen gewesen war. Vom einstigen smarten Broadway-Spross war zu diesem Zeitpunkt kaum noch etwas geblieben.

Besonders makaber: Cantor arbeitete zum Zeitpunkt seines Todes intensiv an einer Reportage über den Fall von Daniel Rakowitz. Dem stadtbekannten Exzentriker aus dem New Yorker East Village wurde vorgeworfen, 1989 seine Mitbewohnerin Monika Beerle getötet, die Leiche zerstückelt und Teile davon in einer Suppe verarbeitet zu haben, die er im Tompkins Square Park an Obdachlose verteilt haben soll.

Cantorr führte zahlreiche Interviews und wollte die Hintergründe der grausamen Tat von Rakowitz minutiös dokumentieren. Tragischerweise war es genau dieses Milieu, das Max Cantor erstmals mit Heroin in Berührung brachte. Die Abhängigkeit entwickelte sich rasant und so massiv, dass er die Arbeit an seiner Reportage nicht mehr vor seinem Tod abschließen konnte.

Vom großen geplanten Enthüllungsbuch über den Kannibalen-Mord blieben am Ende nur hunderte Seiten Notizen in seiner Wohnung zurück. Andere Journalisten mussten sein Erbe antreten und veröffentlichten die Recherchen in der renommierten Wochenzeitung „Village Voice“. Sein Vater, der berühmte Broadway-Produzent Arthur Cantor, blieb mit dem Schmerz über den tiefen Fall seines hochbegabten Sohnes zurück. Heute erinnert nur noch die Rolle des Robbie Gould an ein Talent, das beim Versuch, die Wahrheit zu finden, seine eigene Seele verlor.

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