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Der unsichtbare VierteWer war eigentlich Charlie in „Drei Engel für Charlie“?

Während Jaclyn Smith, Farrah Fawcett und Kate Jackson (von links) in „Drei Engel für Charlie“ vor der Kamera zu sehen waren, war der Darsteller der vierten Titelrolle nur zu hören. (Bild: IMAGO / Allstar)

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Während Jaclyn Smith, Farrah Fawcett und Kate Jackson (von links) in „Drei Engel für Charlie“ vor der Kamera zu sehen waren, war der Darsteller der vierten Titelrolle nur zu hören. (Bild: IMAGO / Allstar)

„Drei Engel für Charlie“ machte seine Hauptdarstellerinnen Kate Jackson, Jaclyn Smith und Farrah Fawcett - und etwas später auch Cheryl Ladd - berühmt. Der Darsteller des vierten Titelhelden blieb jedoch unsichtbar. Wer steckte hinter der Stimme von Charlie?

„Gespielt“ wurde Charlie Townsend von John Forsythe. Der US-Schauspieler hatte den Chef der „drei Engel“ von Anfang an bis zuletzt synchronisiert. Vor der Kamera war er nie zu sehen. (Bild: Getty Images)

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„Gespielt“ wurde Charlie Townsend von John Forsythe. Der US-Schauspieler hatte den Chef der „drei Engel“ von Anfang an bis zuletzt synchronisiert. Vor der Kamera war er nie zu sehen. (Bild: Getty Images)

„Drei Engel für Charlie“, das ist diese Kultserie aus den 1970er-Jahren um die drei schlagkräftigen jungen Frauen, eben die im Titel genannten Engel, minus des Mannes, für den die Privatdetektivinnen arbeiten. Charlie, von dem in jeder Folge der erzählerische Impuls ausging, war andererseits optisch eine Leerstelle. Zu sehen bekamen die Zuschauer den Detektei-Chef in keiner einzigen Folge, die Aufträge erteilte er seinen Mitarbeiterinnen Sabrina, Kelly und Jill - die später durch Kris ersetzt wurde - ausschließlich über eine Freisprecheinrichtung. Daraus ergab sich dennoch, dass es neben den „Engel“-Darstellerinnen Kate Jackson, Jaclyn Smith, Farrah Fawcett und - nach Fawcetts Ausstieg - Cheryl Ladd einen weiteren Serien-Star gab - den Schauspieler, der in der Serie nie vor der Kamera zu sehen, dessen Stimme aber in jeder Folge zu hören war: John Forsythe.

Forsythe war schon lange kein Unbekannter, als er 1976 in die Synchronrolle Charlie Townsends schlüpfte. Erste Schritte als Schauspieler machte er bereits Anfang der 1940er Jahre, er spielte in John Sturges' Westernklassiker „Verrat im Fort Bravo“ (1953) mit, ebenso in Richard Brooks' Capote-Verfilmung „Kaltblütig“ (1967) und schaffte es sogar in den erlauchten Club der Hitchcock-Darsteller. In der schwarzen Komödie des Suspense-Meisters, „Immer Ärger mit Harry“ (1955), und dem Thriller „Topas“ (1969) spielte er jeweils tragende Rollen. Doch kein Film, sondern eine Serie sollte Forsythes Weltruhm begründen: der Soap-Klassiker „Der Denver-Clan“, wo er in den 1980er-Jahren denkwürdig und TV-Geschichte schreibend den milliardenschweren Öl-Magnaten und Familienpatriarchen Blake Carrington verkörperte.

Forsythe war auch der Kino-Charlie

Weltberühmt wurde John Forsythe mit der Rolle des Öl-Magnaten Blake Carrington an der Seite von Joan Collins (links) und Linda Evans in dem Soap-Klassiker „Denver Clan“. (Bild: Paramount)

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Weltberühmt wurde John Forsythe mit der Rolle des Öl-Magnaten Blake Carrington an der Seite von Joan Collins (links) und Linda Evans in dem Soap-Klassiker „Denver Clan“. (Bild: Paramount)

Ein großer Meilenstein seiner Karriere war aber auch die Krimiserie „Drei Engel für Charlie“, die am 21. März 1976 im US-Fernsehen Weltpremiere feierte. Der Charakter verfolgte den Schauspieler bis zu den Kinoadaptionen in den 2000er-Jahren. In „3 Engel für Charlie“ (2000) und „3 Engel für Charlie - Volle Power“ (2003) hatten die Engel nun das Aussehen von Cameron Diaz, Drew Barrymore und Lucy Liu, die Stimme des Detektei-Chefs aber blieb die von Forsythe.

Dass er nicht auch im Serienremake „Drei Engel für Charlie“ von 2011 dabei war, das wegen ausbleibendem Erfolgs schon nach nur einer Staffel abgesetzt wurde, und auch im Kinoableger von 2018 fehlte - diesmal mit den „Engeln“ Kristen Stewart, Naomi Scott und Ella Balinska - ist der Logik und Kausalität geschuldet: Forsythe starb am 1. April 2010 im Alter von 92 Jahren. Gespielt wurde Charlie in den Neuauflagen von Victor Garber (“Titanic“) in der Serie und Robert Clotworthy (“Two and a Half Men“) im Kinofilm. (tsch)

Für seine Rolle in „Besser geht's nicht“ wurde Jack Nicholson mit dem Oscar ausgezeichnet. (Bild: ZDF/ARD Degeto/TriStar Pictures, inc)

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