„Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“, „Zeugen der Wahrheit“ und „Ein Leben ohne Liebe ist möglich, aber sinnlos“: Das sind die DVDs und Blu-rays der Woche.
Der letzte Film von Wolfgang BeckerDas sind die DVD-Highlights der Woche

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Michael (Charly Hübner, rechts) ist der Besitzer einer hoch verschuldeten Videothek, den der Journalist (Leon Ullrich) zu einem Helden stilisieren will. (Bild: X Verleih AG/FredericBatier)
„Lass die Wahrheit niemals einer guten Geschichte im Weg stehen“, soll Mark Twain einmal gesagt haben. Und so gedacht haben's mutmaßlich schon sehr viele Menschen. Ein interessanter und unter Umständen durchaus legitimer Leitfaden für die Kunst, aber natürlich keiner für die Welt der Fakten. Wenn Zeitungen die Tatsachen für die gute Geschichte verbiegen, das gab schon oft genug Ärger. Einen besonders spektakulären (wenn auch fiktiven) Fall zeichnet nun Wolfgang Beckers Film „Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“, der auf einem gleichnamigen Roman von Maxim Leo basiert. Der Film erscheint nun ebenso wie das Weltkriegs-Drama „Zeugen der Wahrheit“ mit David Kross und die spanische Liebeskomödie „Ein Leben ohne Liebe ist möglich, aber sinnlos“ auf DVD und Blu-ray.
„Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“ (VÖ: 16. April)

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„Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“ ist der letzte Film von Wolfgang Becker. (Bild: X Verleih )
„Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“, das ist eine prominent besetzte Tragikomödie (Charly Hübner, Christiane Paul, Daniel Brühl, Jürgen Vogel) zwischen Schein und Sein mit starkem zeitgeschichtlichem Unterbau - ein Projekt nicht ganz unähnlich dem Film „Good Bye, Lenin!“, mit dem Regisseur Wolfgang Becker sich 2003 einen Platz in der deutschen Kinogeschichte sicherte. Gleichzeitig steht dieser Film auch für einen Abschied: Wolfgang Becker starb am 12. Dezember 2024 im Alter von 70 Jahren kurz nach Abschluss der Dreharbeiten zu „Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“.

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In „Zeugen der Wahrheit“ spielt David Kross den Lagerkommandant Herbert Lange. (Bild: Pandastorm Pictures)
Der „Held“ dieser Geschichte ist Michael (Hübner), Besitzer einer hoch verschuldeten Videothek. Bis ein sehr engagierter Journalist Michael im Zentrum einer richtig guten Wende-Geschichte sieht. „Sie sind verantwortlich dafür, dass 127 Menschen vom Osten in den Westen gefahren sind. Sie sind ein Held, nur weiß das keiner und das müssen wir ändern!“ Bald schon wird Michael von den Medien hochstilisiert zu einem „ostdeutschen Oskar Schindler“, erhält Einladungen von TV-Shows und sogar vom Bundespräsidenten. Eine Rede soll er halten. Da ist ihm das alles längst über den Kopf gewachsen. „Ich bin kein Held“, versucht Michael sich aus der Sache herauszuwinden, ohne Erfolg. Am Ende weiß Michael selbst kaum noch, „was wahr ist und was nicht“.
Preis DVD: circa 15 Euro

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„Zeugen der Wahrheit“ basiert auf der Lebensgeschichte der polnischen Juden Solomon Wiener und Michał Podchelebnik. (Bild: Pandastorm Pictures)
DE, 2025, Regie: Wolfgang Becker/Achim von Borries, Laufzeit: 109 Minuten
„Zeugen der Wahrheit“ (VÖ: 10. April)

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Auf einer Geschäftsreise in Rom lernt Eva (Nora Navas) den charmanten Álex (Rodrigo de la Serna) kennen. (Bild: Neue Visionen Filmverleih)
Januar 1942: Die Nazis haben in dem polnischen Dorf Chełmno ein Vernichtungslager errichtet: „Ich bin mir des Elends bewusst, das ihr Juden seit Anfang des Krieges erlitten habt“, behauptet der Lagerkommandant Herbert Lange (David Kross) gegenüber einer Gruppe Neuankömmlingen: „Lassen Sie mich Ihnen sagen, dass Sie alle für Arbeit, die gut und ehrlich ist, ausgewählt wurden. Ich versichere Ihnen, dass Ihr Leid jetzt endlich vorbei ist.“ Doch in Wahrheit sollen die Männer als Totengräber die Leichen derer begraben, die in den Lagern ermordet wurden. Einer der Totengräber ist Michał Podchelebnik (Jeremy Neumark Jones): „Wenn die Leute wüssten, was die Deutschen uns antun, würden sie uns helfen“, ist er sich sicher. „Wir müssen das der Welt mitteilen“, meint auch sein Mitgefangener Solomon Wiener (Oliver Jackson-Cohen). Gemeinsam beschließen die beiden Männer, unter lebensbedrohlichen Umständen zu fliehen. Mit Hilfe eines Rabbis (Anton Lesser) kommen sie bis nach London, wo sie im Radio von den unglaublichen Gräueltaten berichten. „Zeugen der Wahrheit“ basiert auf der wahren Lebensgeschichte von Michał Podchelebnik und Solomon Wiener. In Nebenrollen sind unter anderem der „Ein Taunuskrimi“-Star Tim Bergmann und der „Downton Abbey“-Schauspieler Michael Colin Fox zu sehen.
Preis Blu-ray: circa 19 Euro

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„Ein Leben ohne Liebe ist möglich, aber sinnlos“ ist eine spanische Komödie, die 2026 mit einem Gaudí Preis ausgezeichnet wurde. (Bild: Neue Visionen Filmverleih)
US/UK, 2025, Regie: Lior Geller, Laufzeit: 109 Minuten
„Ein Leben ohne Liebe ist möglich, aber sinnlos“ (VÖ: 16. April)
Eva (Nora Navas) ist 50 und führt eigentlich ein Bilderbuchleben: Mit ihrem Mann Victor (Juan Diego Botto) ist sie seit 25 Jahren verheiratet. Die beiden gemeinsamen Kinder sind als Teenager fast schon aus dem elterlichen Haus heraus. Doch dann trifft Eva auf einer Geschäftsreise in Rom den charismatischen Drehbuchautor Álex (Rodrigo de la Serna) und stelt plötzlich ihr gesamtes Leben in Frage: „Ich will mich wieder verlieben“, beschließt sie. Zurück in Barcelona mietet sie sich heimlich eine eigene Wohnung, erfindet als Ausrede gegenüber ihrem Mann eine Affäre und stürzt sich in Wirklichkeit ins Dating-Leben, das inzwischen ganz anders läuft als damals in ihrer Jugend ...
„Ein Leben ohne Liebe ist möglich, aber sinnlos“ ist eine Liebeskomödie des hierzulande eher unbekannten, in Spanien aber sehr beliebten Filmemachers Cesc Gay. 2026 gewann der Film den Gaudí Preis in der Kategorie „Bestes Original Drehbuch“. Es handelt sich dabei um den wichtigsten Filmpreis Kataloniens.
Preis DVD: circa 14 Euro
ES, 2025, Regie: Cesc Gay, Laufzeit: 100 Minuten (tsch)
