Gaststars Die drei Gehörlosen vom „Tatort“

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Benjamin Piwko (35) verlor sein Gehör nach einer Infektion im Babyalter. Der  Sportler betreibt eine Kampfsportschule in Hamburg.

Köln – Wir sind die drei Gehörlosen vom „Tatort“!

Benjamin Piwko (35), Kassandra Wedel (29) und Jessica Jaksa (19) spielten neben TV-Kommissar Devid Striesow (42). Am Sonntag sahen sie Millionen. Bei uns erzählen sie ihre Geschichte.

Benjamin Piwko ist ein Kämpfer – im Job wie privat. Und er hat es trotz seines Handicaps weit gebracht: Er betreibt eine Kampfsportschule in Hamburg – und war am Sonntag als einer der ersten Gehörlosen überhaupt im „Tatort“ zu sehen.

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Kassandra Wedel (29) ist seit einem Autounfall gehörlos, liebt dennoch Musik und steht schon länger vor der Kamera.

„Ich denke, die Macher sind auf mich aufmerksam geworden, weil ich ein international bekannter Sportler bin. Und ich bin sehr glücklich, dass sie mich ausgewählt und besetzt haben“, sagte Piwko unserer Zeitung.

Der 35-Jährige verlor sein Gehör nach einer Infektion im Baby-Alter: „Ich bin kein zurückhaltender Mensch, presche eher nach vorne. Und ich bin sehr visuell. Ich scanne alles, meinen Augen entgeht nichts! Sie sind im Grunde auch meine Ohren, da ich mit ihnen Lippen und Körpersprache lese.“

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Schauspielerin Jessica Jaksa (19) wurde  taub geboren.  Der „Tatort“ ist ihr bislang  prominentester Auftritt.    

Neben Benjamin überzeugten auch Jessica Jaksa (seit ihrer Geburt taub) und Kassandra Wedel. Letztere ist seit einem Autounfall gehörlos – und hält es mit Herbert Grönemeyer: „Ich mag Musik nur, wenn sie laut ist. Dann spüre ich die Bässe.“

Einen Film zu drehen ist für Gehörlose natürlich schwieriger als für andere Schauspieler. Das merkten auch die Saarbrücker „Tatort“-Macher.

„In einer Szene sollte ich mich in einer Ecke verkriechen – und als die Kamera aus war, haben sie vergessen, mir Bescheid zu sagen“, erzählt Benjamin Piwko. „Ich saß da also etwas länger ... Das war lustig!“

Während die beiden Mädels schon länger vor der Kamera stehen, war es für ihn das erste Mal. Und es soll nicht das letzte gewesen sein: „Ich habe Blut geleckt, möchte viel lernen und besser werden!“

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