„Wie ein großer Bruder” Cassandra Steen will Xavier Naidoo nicht fallen lassen

Steen_Simon Stoeckl

Mit „Der Weihnachtsgedanke” veröffentlicht Cassandra Steen ihr erstes Weihnachtsalbum.

Köln – Lange Zeit war es ruhig um sie, doch nun kehrt Cassandra Steen (40) mit etwas zurück, das die Menschen in diesen schweren Zeiten gut gebrauchen können: ein wenig Weihnachtsromantik.

Die ehemalige Sängerin der Band Glashaus („Wenn das Liebe ist“) ist seit Jahren erfolgreich als Solokünstlerin unterwegs und erfüllt sich diesen Winter mit einem neuen Album einen besonderen Herzenswunsch.

Im EXPRESS-Interview blickt sie aber auch auf ein turbulentes Jahr zurück. 

Cassandra Steen über Weihnachten, Corona und ihr Verhältnis zu Xavier Naidoo

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Die Corona-Pandemie hat ihr einen bösen Strich durch die Rechnung gemacht. Ihre Tour musste abgesagt werden und jetzt lässt sie sich noch im verflixten siebten Jahr von ihrem Ehemann und Manager scheiden.

Trotzdem bleibt die Soul-Sängerin positiv. In der Vorweihnachtszeit will Cassandra Steen endlich neue Kraft tanken.

EXPRESS: Sie haben lange an Ihrem neuen Album „Der Weihnachtsgedanke“ gearbeitet. War es ein Herzensprojekt?

Cassandra Steen: „Ja, auf jeden Fall. Ich habe schon vor 10 Jahren den Wunsch geäußert, dass ich ein Weihnachtsalbum machen möchte. Dann war aber das Timing nicht richtig oder es hatten alle anderen schon ein Weihnachtsalbum herausgebracht. Jetzt habe ich mir aber Zeit gelassen und es ist jetzt endlich raus. Ich bin mega stolz darauf, dass ich meine Idee oder meine Gedanken von Weihnachten als Album rausbringen darf.“

Was ist Ihr schönster Weihnachtsgedanke?

„Mein schönster Weihnachtsgedanke ist die Erinnerung an sämtliche Weihnachten, die ich mit meinen Großeltern verbringen durfte, die immer äußerst liebevoll waren und warm. Zwischen uns war es immer eine sehr liebevolle Angelegenheit, für die ich einfach dankbar bin.“

Wovon haben Sie sich beim Schreiben neuer Weihnachtslieder inspirieren lassen?

„Unter anderem von dieser Erinnerung und auch von Liebe. Gerade in dem Song 'Der Weihnachtsgedanke' oder 'Wenn es Winter wird' geht es darum, dass man mit einem geliebten Menschen zusammen ist und diese kuschelige Zeit gemeinsam verbringt.“

Was gehört für Sie an Weihnachten dazu?

„Schnee, Kinderpunsch und Weihnachtsmarkt. Schnee ist für mich besonders wichtig, weil es im Winter schneller dunkler wird. Es hat für mich einfach eine Magie, die ich wirklich auch sehr vermisse. Es wird dann tatsächlich alles etwas stiller, man passt sich automatisch der Natur an.“

Sie haben eine erfolgreiche Karriere hinter sich und haben schon mit vielen Künstlern zusammen gearbeitet. Mit welchem haben Sie besonders gute Erinnerungen?

„Mit allen und mit meiner lieben Yvonne Catterfeld. Sie waren alle immer super lieb und man kann sich immer Inspiration von ihnen holen – menschlich wie auch künstlerisch. Da möchte ich keine Erfahrung missen.“

Hat sich Ihr Bild von Xavier Naidoo nach seinen fragwürdigen Äußerungen geändert?

„Xavier ist für mich wie ein großer Bruder, weil er immer für mich da ist und da war. Zu seinen Äußerungen: Da haben wir auf jeden Fall eine andere Meinung. Sie machen die Situation nicht einfacher aber ich bin damit groß geworden, dass man seine Familie nicht fallen lässt, nur weil man eine andere Sichtweise hat. Das ist das, was Familie ausmacht, aber trotzdem muss man seinen Standpunkt vertreten. Wenn etwas wirklich zu sehr in eine andere Richtung geht, muss man, wenn auch liebevoll, dagegenhalten.“

Hat die Corona-Pandemie bei Ihnen etwas verändert?

„Ja, es hat sehr viel verändert. Man hat plötzlich sehr viel Zeit, um zu reflektieren, um sein seelisches System upzudaten. Man muss sich nicht verstecken, wenn man sich zurückzieht. Covid an sich ist nicht wirklich das Problem, sondern eher wie wir Menschen damit umgehen. Da bin ich dann doch ein bisschen verwundert, dass die Menschlichkeit an einigen Stellen ordentlich fehlt. Es gibt Gespräche, die offensichtlich nötig sind, aber ich finde es schade. Man sollte zueinander halten und Solidarität zeigen, ob man sich kennt oder nicht. Es geht sich eben nicht nur, um die ältere Generation. Es gibt sehr viele Baustellen, wo ich mir erhofft hätte, dass es sie nicht gibt.“

Das Jahr nähert sich langsam dem Ende zu. Was nehmen Sie aus 2020 mit?

„Weniger beschweren, selber kreativ sein und nach Lösungen suchen. Ich bin weiterhin auf dem Weg es zu tun. Dieses Jahr hat mir noch mehr gelehrt, dass man Dinge anpacken muss, die einem Angst machen. Vielleicht auch, wenn man mit einem Menschen ordentlich Tacheles reden muss.“

Wie verbringen Sie die Weihnachtsfeiertage dieses Jahr?

„Ich bin auf jeden Fall viel unterwegs und wenn ich ein Schnelltest machen kann und sicher bin, dass ich sie nicht gefährde, dann mit meinen Großeltern. Ansonsten mit den Hunden.“

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