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Apache 207 macht Straßenrap wieder tanzbarDas sind die Musik-Highlights der Woche

Apache 207 bringt mit seinem neuen Album „21 Gramm“ wieder nicht nur Rap-Fans zum Tanzen. (Bild: Four Music/Feder Music/Sony)

Apache 207 bringt mit seinem neuen Album „21 Gramm“ wieder nicht nur Rap-Fans zum Tanzen. (Bild: Four Music/Feder Music/Sony)

Bryan Adams, Sabrina Carpenter und Apache 207, der mit seinem neuen Album „21 Gramm“ zeigt, dass sich auch Straßenrap kritisch mit Männlichkeit auseinandersetzen kann. Erfahren Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik.

Straßenrap, zu dem man auch wunderbar tanzen kann? Wie gut das funktioniert, bewies Apache 207 vor einigen Jahren mit seinem Partyhit „Roller“. Mit seinem Charterfolg schaffte der Mannheimer Musiker 2019 den meistverkauften deutschen Rapsong überhaupt. Seinem Stil zwischen Rap, Pop und Party bleibt der 27-Jährige auch auf dem neuen Album „21 Gramm“ treu - beweist aber gleichzeitig, dass man Männlichkeit auch als Straßenrapper selbstironisch thematisieren kann.

Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von Poprocklegende Bryan Adams sowie von Sängerin und Schauspielerin Sabrina Carpenter.

Apache 207 - 21 Gramm

Bryan Adams veröffentlicht mit „Roll With The Punches“ das erste Album unter seinem eigenen Independent-Label.  (Bild: Badams)

Bryan Adams veröffentlicht mit „Roll With The Punches“ das erste Album unter seinem eigenen Independent-Label. (Bild: Badams)

Die Roller schrei'n wieder: Apache 207 ist zurück im Rampenlicht. Seinen großen Durchbruch feierte der charismatische Rapper 2019 mit dem Hit „Roller“, der wochenlang die Charts dominierte und ihn weit über die Rap-Szene hinaus bekannt machte. Seitdem gehört er fest auf jede Party-Playlist. Nach dem letzten Album „Gartenstadt“ (2023) steht nun mit „21 Gramm“ das nächste Großprojekt des Mannheimer Musikers an.

Warum dieser Titel? Wer an Drogen denkt, liegt falsch. „Der Legende nach wiegt die Seele 21 Gramm. Das Album erlaubt einen tieferen Einblick in meine Seele“, erklärt Apache selbst. Musikalisch wird es vielfältiger denn je. Neben dem Vorabtrack „Morgen“ erwarten die Fans treibende Beats, persönliche Texte und Songs, die abermals zum Tanzen einladen. Doch Apache liefert auf seiner neuen Platte mehr als modernen HipHop und Partysound. Im Song „Mann Muss“ etwa setzt er sich ironisch mit gängigen Männlichkeitsbildern auseinander. Damit zeigt er einmal mehr, dass hinter der Sonnenbrille und dem Pferdeschwanz mehr steckt als reiner Straßenrap.

Im November startet Apache 207 seine komplett ausverkaufte Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Bryan Adams - Roll With The Punches

Sabrina Carpenters Cover zu ihrem neuen Album „Man's Best Friend“ sorgte bereits im Vorfeld für Kontroversen. (Bild: Universal Music)

Sabrina Carpenters Cover zu ihrem neuen Album „Man's Best Friend“ sorgte bereits im Vorfeld für Kontroversen. (Bild: Universal Music)

15 Studioalben, mehr als 100 Millionen verkaufte Tonträger, Nummer-eins-Platzierungen in mehr als 30 Ländern und etliche Auszeichnungen: Das ist die Bilanz von Bryan Adams nach seiner rund 40 Jahre dauernden Karriere. Mit seinem 16. Studioalbum „Roll With The Punches“ ist der inzwischen 65-Jährige einen weiteren Schritt gegangen. Denn es ist die erste Veröffentlichung unter seinem neu gegründeten Independent-Label: „Falls sich jemand fragt, warum ich es 'Bad Records' genannt habe: Mein Spitzname in der Highschool war 'Badams'“, erklärt der Sänger, der früher bereits einen Newsletter mit dem Titel „Bad News“ hatte.

Zehn Tracks umfasst das Album. Schon mit dem ersten scheint er seinem Image als Softrocker etwas entgegensetzen zu wollen: Der Titeltrack „Roll With The Punches“ beginnt mit kernigen E-Gitarrenriffs, ähnlich ist es bei „A Little More Understanding“. Dieser vierte Song ist Adams Reaktion auf die schwindende Diskussionskultur: „Wir leben in einer Welt, in der alles polarisiert und wir gar nicht mehr beide Seiten einer Sache sehen“, erklärt er: „Darum geht es in dem Stück. Da heißt es: Lauf du in meinen Schuhen - und ich in deinen. Vielleicht verstehen wir uns dann besser. Denn was gerade passiert, ist traurig. Wir bemühen uns gar nicht mehr, anderen mit Verständnis und Respekt zu begegnen. Mein Traum wäre, dass wir das würden.“ Der Song „Love Is Stronger Than Hate“, der aus der Sicht eines aus dem Krieg zurückkehrenden Soldaten geschrieben ist, schlägt in eine ähnliche Kerbe.

Musikalisch bewegt sich „Roll With The Punches“ dann aber doch hauptsächlich eher in Richtung Pop-Rock. Die Songs handeln von der Liebe und der Liebe zum Leben. Der nostalgische letzte Song „Will We Ever Be Friends Again“ erinnert fast ein wenig an Adams Hit „Summer of '69“ aus dem Jahr 1984. Aktuell ist Bryan Adams auf Tournee in Europa, Kanada und den USA. Am Dienstag, 16. Dezember, tritt er Braunschweig auf, es folgen Auftritte in Wien (18. Dezember) und Zürich (19. Dezember).

Sabrina Carpenter - Man's Best Friend

Mit Hits wie „Please Please Please“ und „Taste“ hat sich Sabrina Carpenter längst vom Ex-Disney-Sternchen zum Popstar gemausert. Stand sie zuletzt noch mit ihrer Freundin Taylor Swift bei deren „Eras“-Tour auf der Bühne, läutet sie mit ihrem siebten Album „Man's Best Friend“ ihre eigene neue Ära ein. Und das nicht nur, weil Swifts häufiger Produzent Jack Antonoff auch Carpenters Werk koproduzierte.

Schon die Anfang Juni veröffentlichte erste Singleauskopplung „Manchild“ sorgte für großen Wirbel. Zum einen, weil Fans spekulierten, ob es in dem bissigen Song über unreife Männer womöglich um Carpenters Exfreund, Schauspieler Barry Keoghan, gehe, zum anderen aufgrund der knappen Hotpants, die Carpenter im Video zur Single trug. Ja, die 1,52 Meter kleine Amerikanerin, die gerne provokant und lasziv im Lolita-Look mit roten Lippen, blonder Mähne, in Babydoll-Kleidchen und hohen Schuhen auftritt, weiß sich zu verkaufen - sex sells!

Das vor einigen Wochen veröffentlichte Cover zum neuen Album war vielen Fans dann aber doch zu viel. Carpenter kniet darauf im kleinen Schwarzen und mit High Heels auf allen Vieren neben einem Mann, der sie an den Haaren festhält. Weibliche Erniedrigung als Geschäftsmodell? Das kann man in der Tat fragwürdig finden.

Die zwölf Songs auf „Man's Best Friend“ versprechen jedenfalls etwas mehr Substanz als der äußere Schein. Die Sängerin selbst antwortete auf die in den sozialen Medien gepostete Frage, ob sie abseits von Sex noch eine andere Persönlichkeit habe, so: „Girl yes and it is goooooood!“ - Und man darf bei aller Provokation nicht vergessen: Für ihr letztes Album „Short 'N Sweet“ erhielt die 26-Jährige im Februar ihren ersten Grammy für das beste Pop-Gesangsalbum. (tsch)