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„Amadeus“-Star Will Sharpe ist überzeugt„Mozart war kein glückliches Genie“

Talent als enorme Last: Will Sharpe spielt Mozart in der Sky-Serie „Amadeus“. (Bild: Sky UK Ltd)

Talent als enorme Last: Will Sharpe spielt Mozart in der Sky-Serie „Amadeus“. (Bild: Sky UK Ltd)

Mozart - das Wunderkind, dem alles zuflog? Für Will Sharpe, Darsteller des berühmten Komponisten in der Serie „Amadeus“, ist genau dieses Bild der größte Irrtum.

In der neuen Sky-Original-Serie „Amadeus“ zeigt Schauspieler Will Sharpe (39) den berühmten Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart als jungen Mann, der an seiner eigenen Begabung fast zerbricht - und sich gegen das wehrt, was ihn eigentlich berühmt machen soll.

Im Gespräch mit der Agentur teleschau beschreibt Sharpe offen, warum ihn die Rolle gleichermaßen angezogen und verunsichert hat. „Die Idee, Mozart zu spielen, war ziemlich beängstigend“, sagt der japanisch-britische Schauspieler und Regisseur. Gerade die Erzählung vom mühelosen Genie habe ihn beschäftigt. „Wenn man genauer hinschaut, liegt darin auch eine enorme Last. Fast so, als würde Mozart gegen sein Talent ankämpfen.“ Sharpe ist überzeugt: „Mozart war kein glückliches Genie.“

Diese innere Spannung habe ihn besonders gereizt. Mozart stehe unter permanentem Druck, doch er ergebe sich ihm nicht. „Er hat eine große Überschwänglichkeit, einen Humor - und trotz allem steht er immer wieder auf.“ Die Musik werde für ihn zu einem inneren Zufluchtsort, einem Weg, mit dem Chaos in sich umzugehen.

„Neid bleibt ein zentrales Thema“

„Die Idee, Mozart zu spielen, war ziemlich beängstigend“, gibt Will Sharpe zu. (Bild: 2025 Getty Images/Kate Green)

„Die Idee, Mozart zu spielen, war ziemlich beängstigend“, gibt Will Sharpe zu. (Bild: 2025 Getty Images/Kate Green)

Für seine Vorbereitung habe Sharpe schnell gemerkt, wie widersprüchlich das Bild Mozarts in Biografien ist. Mal werde er als glücklicher, unbeschwerter Genius beschrieben, mal als launisch, melancholisch und scharf im Ton. Was für ihn konstant blieb, war etwas anderes: die Musik selbst. „Ich konnte immer zu ihr zurückgehen, um Antworten zu finden“, erklärt Sharpe. Sie sei reich, komplex - und emotionaler Ausdruck dessen, was Mozart oft nicht in Worte fassen könne.

Dass diese Zerrissenheit spürbar wird, liegt auch am Format. Die Serie nimmt sich Zeit, bekannte Motive neu zu erzählen - jenseits der reinen Rivalität mit Antonio Salieri. „Neid bleibt ein zentrales Thema“, sagt Sharpe, „aber wir können andere Perspektiven öffnen und die Figuren menschlicher zeigen.“ Der Ton sei stellenweise dunkler, zugleich aber unmittelbarer und moderner, auch durch eine Sprache, die Historisches mit heutiger Direktheit verbindet.

Besonders wichtig ist dabei auch Constanze, Mozarts Ehefrau. Ihre Sicht verankere die Geschichte emotional. „Zwischen ihnen gibt es Liebe und Zärtlichkeit - aber auch Reibung“, so Sharpe. Gerade diese Unvollkommenheit mache Mozart greifbar: als Mensch, nicht als Mythos.

Amadeus läuft exklusiv auf Sky und dem Streamingdienst WOW. (tsch)