„Sehr enttäuscht darüber“ Polen erhebt heftige Vorwürfe gegen Deutschland – Scholz unter Druck

Polens Präsident Andrzej Duda spricht auf einer Pressekonferenz in Kyjiw am 22. Mai 2022. Er zeigte sich enttäuscht von Deutschland.

Polens Präsident Andrzej Duda spricht auf einer Pressekonferenz in Kyjiw am 22. Mai 2022. Er zeigte sich enttäuscht von Deutschland.

Während Bundeskanzler Scholz die Beziehungen zu Polen lobt, zeigte sich Polens Präsident Duda enttäuscht von Deutschland und macht der Bundesregierung harte Vorwürfe.

Polens Präsident Andrzej Duda (50) hat der Bundesregierung Wortbruch bei einer versprochenen Lieferung von Panzern an sein Land vorgeworfen. Der Staatschef des Nato-Partners bezog sich in einem Interview des TV-Senders „Welt“ am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos auf eine Zusage aus Berlin, Panzer zu liefern, mit denen von Polen an die Ukraine abgegebene Panzer ersetzt werden sollten.

„Sie haben dieses Versprechen nicht erfüllt“, fügte Duda mit Blick auf die Bundesregierung hinzu. „Und offen gesagt: Wir sind sehr enttäuscht darüber.“

Polen-Präsident Duda: „Deutschland hat versprochen, uns diese Panzer zu liefern“

„Wenn wir also von Deutschland unterstützt worden wären, wenn wir Ersatz bekommen hätten in Form eines Ringtauschs, dann wären wir sehr froh gewesen“, sagte Duda. „Tatsächlich haben wir ein solches Versprechen auch bekommen und Deutschland hat versprochen, uns diese Panzer zu liefern.“

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Polen unterstützt sein Nachbarland Ukraine gegen den russischen Angriff mit Panzern des sowjetischen Typs T-72. Warschau hat bereits deutlich gemacht, dass es dafür Ausgleich von Nato-Partnern erwartet, auch aus Berlin.

Bundeskanzler Scholz plant Ringtausch mit Tschechien und Slowenien

Deutschland hatte vergangene Woche einen sogenannten Ringtausch mit Tschechien angekündigt. Berlin will dem Nato-Partner 15 Leopard-2-Panzer aus Industriebeständen zur Verfügung stellen und damit Lieferungen schwerer Waffen Tschechiens an die Ukraine ausgleichen.

Bundeskanzler Olaf Scholz (63) hatte bereits Anfang des Monats den Ringtausch mit Tschechien angekündigt. Tschechien könne Waffen aus ehemaligen sowjetischen Beständen an die Ukraine liefern, die „unmittelbar nützlich sind“ für die ukrainischen Truppen, hatte Scholz gesagt.

Im Gegenzug könne Deutschland Tschechien mit Waffen beliefern und dafür sorgen, „dass die tschechische Armee die notwendige Kraft behält“. Ein ähnlicher Ringtausch ist mit Slowenien geplant. (dpa)

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