„Mit Polen schneller fertig als mit Ukraine“Schrille Töne und Atomdrohung in russischem Staats-TV

Wie weit wird Wladimir Putin, hier am 24. März 2022 bei einer Sitzung des staatlichen Sicherheitsapparats, gehen?

Wie weit wird Wladimir Putin, hier am 24. März 2022 bei einer Sitzung des staatlichen Sicherheitsapparats, gehen?

Die russische Propaganda läuft auf Hochtouren. Szenen aus dem Staats-Fernsehen zeigen aber auf erschreckende Weise, welche schrillen Töne da gespuckt werden - die Drohung eines Nuklearschlags auf Warschau inklusive.

Wie weit sind Wladimir Putin und Russland bereit zu gehen? Ist die Ukraine das Ziel oder hat der Despot im Kreml noch ganz andere Ziele im Auge? Muss man Angst haben vor einem Atomkrieg?

Diese Fragen stellen sich die Führer der westlichen Staaten und ihre Geheimdienste in den vergangenen Wochen und auch bei den Treffen von NATO und G7 an diesem Donnerstag (24. März 2022).

Ukraine-Krieg: Verstörende Töne in Russlands Staatsfernsehen

Insbesondere Polen und die baltischen Staaten fühlen sich bedroht, aber auch Finnland und Schweden suchen die Annäherung zum Westen und denken über eine NATO-Mitgliedschaft nach. Kein Wunder, denn aus Russland dringend verstörende Töne.

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In einer TV-Show des russischen Staatsfernsehens „Rossija 1“ wird ganz offen darüber spekuliert, wie man mit den westlichen Ländern an der Grenze zur Ukraine umgehen sollte. „Warschau wird in zwei Sekunden von der Landkarte gestrichen sein“, heißt es da. Und: „Ihr braven Leute in Deutschland, Estland und Polen – es wird Nuklearschläge geben, wenn ihr eine NATO Friedensmission schickt.“

Zudem fantasieren die Männer von einem Korridor, den sie zur Exklave Kaliningrad schlagen wollen. „Die Polen und die Litauer haben sich zu schlecht verhalten. Sie verstehen nicht, dass wir mit ihnen viel schneller fertig werden als mit der Ukraine.“

Demian von Osten: Russische Militärphantasien im Staatsfernsehen

Und wieder gibt es die Ansage: „Wenn sie intervenieren, wird es einen Atomkrieg geben.“ Von „russischen Militärphantasien“ im Staatsfernsehen schreibt ARD-Korrespondent Demian von Osten auf Twitter.

Phantasien, die sich aus europäischer Sicht wie ein Horrorfilm anhören. Gerade Polen, das sich von Russland bedroht fühlt, dürfte man sich in seinen Warnungen bestätigt fühlen. Zur Deeskalation tragen solche Sendungen sicher nicht bei.