Autounfall in Köln Fahrer schwer verletzt – Straße und Auffahrt derzeit gesperrt

Kommentar zum Umgang mit Geflüchteten Klasseneinteilung in Gut und Böse ist nichts als Rassismus

Geflüchtete aus der Ukraine stehen vor der Anlaufstelle für Geflüchtete der Stadt Köln am Hauptbahnhof.

Geflüchtete aus der Ukraine stehen am 19. März 2022 vor der Anlaufstelle für Geflüchtete der Stadt Köln.

Deutschland begegnet dem Leid der Geflüchteten aus der Ukraine mit einer großen Hilfsbereitschaft. Doch es schleicht sich ein Unterton in die politische Diskussion ein, der sich gefährlich nach Rassismus anhört, findet unser Autor. Ein Kommentar.

Die Welle an Geflüchteten aus der Ukraine ebbt nicht ab, Deutschland darf stolz auf die gezeigte Hilfsbereitschaft sein. Doch nicht nur in der Ukraine gibt es Leid, Tod und Verfolgung. Viele Menschen haben in den vergangenen Jahren hier Schutz gesucht. Und denen darf man nicht das Gefühl geben, Geflüchtete zweiter Klasse zu sein. Denn das ist blanker Rassismus.

Der Krieg in der Ukraine verursacht unbeschreibliches Leid, inzwischen sind mehr als drei Millionen Menschen auf der Flucht. Deutschland hat neben Polen bislang einen großen Teil der Geflüchteten aufgenommen und darf stolz sein auf die Welle der Hilfsbereitschaft, die die Menschen den osteuropäischen Familien entgegenbringen.

Doch gerade in den Aussagen von Politikern und Politikerinnen schlägt sich in den jüngsten Tagen ein Unterton ein, der einem speiübel werden lässt. Es ist die Unterscheidung von Geflüchteten in arbeitswillig und faul, in wirklich aus einem Krieg oder nur so geflohen, in europäisch oder nicht, in Gut und Böse. Denn das ist blanker Rassismus.

Franziska Giffey mit bedenklichen Vorurteilen

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Wenn Berlins Oberbürgermeisterin Franziska Giffey (43, SPD), die schon während der Corona-Pandemie mit bedenklichen Vorurteilen aufhorchen ließ, sagt: „Wir hören aus der ukrainischen Community, dass viele, die kommen, nicht erst die Frage stellen, wo kann ich Leistungen bekommen, sondern wo kann ich arbeiten“, dann unterstellt das, dass es andere Gruppen gibt, die nicht arbeiten wollen. Aber was ist mit dem irakischen Flüchtling, der eine monatelange Odyssee auf sich genommen hat, um hier etwas Geld zu verdienen, damit er seine Familie in der zerbombten Heimat irgendwie über Wasser halten kann?

Das muss sich auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (61, SPD) fragen. Ihre Aussage, dass wir „es nicht mit klassischen Flüchtlingen zu tun haben, sondern wirklich aus einem Kriegsgebiet vertriebenen Menschen“, dürfte einer Familie aus dem syrischen Aleppo schlicht die Sprache verschlagen. Kein Wunder, dass die AfD den vom SWR gesendeten Beitrag fleißig in den sozialen Netzwerken verteilt.

Welle der Hilfsbereitschaft sollte allen gelten

Und sicher darf sich Katarina Barley (53, SPD), Vizepräsidentin des Europa-Parlaments, darüber freuen, dass Geflüchtete aus der Ukraine bei einem Friseur einen kostenlosen Haarschnitt bekommen. Aber warum wird dem Mädchen aus Afghanistan, das sich vielleicht in höchster Not vor den Taliban-Horden und einer Zwangsverheiratung retten konnte, nicht eine ähnliche Hilfsbereitschaft zuteil?

Es gibt Berichte, dass Menschen aus anderen Kriegsgebieten aus ihren Auffangheimen verlegt wurden, damit Platz für die ukrainischen Familien ist – auch das zeigt, dass es eine Klassifizierung der Geflüchteten gibt. Es ist klar, dass Deutschland nicht jeden aufnehmen kann. Doch wer es bis hierhin geschafft hat, den sollten wir gleich behandeln.

Vieles wäre nach 2015 wahrscheinlich einfacher gelaufen, wenn wir den Menschen – wie jetzt den Ukrainern – erlaubt hätten, zu arbeiten, anstatt sie in den Heimen vor Nichtstun und Aussichtslosigkeit verrückt werden zu lassen. Wir dürfen keine Geflüchteten in Klassen unterteilen. Denn das ist nichts als Rassismus.

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