„Sagt mehr als Worte“ Schockierende Fotos zeigen Soldaten vor und nach russischer Gefangenschaft

Das am 11. Mai 2022 vom Asow-Regiment veröffentlichte Foto zeigt den ukrainischen Soldaten Mykhailo Dianow, der in der Eisen- und Stahlfabrik Asowstal im östlichen Mariupol das Victory-Zeichen (Symbol für Frieden) zeigt.

Das am 11. Mai 2022 vom Asow-Regiment veröffentlichte Foto zeigt den ukrainischen Soldaten Mykhailo Dianow, der in der Eisen- und Stahlfabrik Asowstal im östlichen Mariupol das Victory-Zeichen (Symbol für Frieden) zeigt.

Ihre Fotos gingen um die Welt: Ukrainische Kämpfer, die das Stahlwerk Asowstal verteidigten. Bis Mitte Mai verschanzten sie sich in der Industrieanlage, kämpften gegen die russischen Invasoren. Nun sind Fotos veröffentlicht worden, die einen der Kämpfer zeigen – vor und nach der russischen Gefangenschaft.

Es war der größte Gefangenenaustausch seit Beginn des Krieges: Die Ukraine meldete, dass 215 Personen aus der russischen Gefangenschaft freigelassen worden sind, darunter seien laut dem ukrainischen Präsident Wolodymyr Selenskyj auch Kämpfer des Asow-Regiments, Kommandeure und Verteidiger vom Asowstal-Stahlwerks in Mariupol gewesen.

Sie seien in einer lange vorbereiteten Aktion in die Türkei gebracht worden, sagt Selenskyj. Die Freigelassenen würden „in vollständiger Sicherheit“ bis zum Ende des Krieges dort bleiben. Der Staatschef erklärt: Vielen der Gefangenen drohte die Todesstrafe. „Die Befreiung rettete ihnen das Leben.“

Ukraine: Schockierendes Foto zeigt Kämpfer nach russischer Gefangenschaft

Auch sein Foto ging im Mai um die Welt: der ukrainische Soldat Mykhailo Dianow, der in den Tiefen der Stahlfabrik sitzt, sein Arm ist notdürftig verbunden, er ist verletzt – trotzdem zeigt er das Victory-Zeichen in die Kamera, versucht zu lächeln. Auch er kam in russische Gefangenschaft und konnte nun nach Monaten befreit werden – neue Fotos sollen ihn nach dieser Zeit zeigen. Und darauf ist Mykhailo Dianow kaum wiederzuerkennen. 

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Die Fotos, die das ukrainische Verteidigungsministerium am Freitag (23. September) auf Twitter veröffentlichte, zeigen einen stark ausgemergelten Mann. Sein einst gebrochener Arm ist verformt, er wirkt stark geschwächt. Auch sein Bart ist weg. „Die Fotos sagen viel mehr, als man mit Worten ausdrücken könnte!“, schreiben ukrainische Medien dazu. Andere Fotos zeigen, wie Dianow sich wieder im Kreise seiner Familie befindet.

„Der ukrainische Soldat Mykhailo Dianow gehört zu den Glücklichen: Im Gegensatz zu einigen seiner Kriegsgefangenen überlebte er die russische Gefangenschaft. So hält sich Russland an die Genfer Konventionen. So setzt Russland das schändliche Erbe des Nationalsozialismus fort“, heißt es vom Verteidigungsministerium. 

Der ukrainische Soldat Mykhailo Dianow (Mitte), der im Rahmen eines Gefangenenaustauschs zwischen Russland und der Ukraine freigelassen wurde, zeigt umgeben von Freunden und Verwandten erneut das Victory-Zeichen in einem städtischen Krankenhaus in Tschernihiw.

Der ukrainische Soldat Mykhailo Dianow (Mitte), der im Rahmen eines Gefangenenaustauschs zwischen Russland und der Ukraine freigelassen wurde, zeigt umgeben von Freunden und Verwandten erneut das Victory-Zeichen in einem städtischen Krankenhaus in Tschernihiw.

Medienberichten zufolge habe seine Schwester Olena eine Spendenkampagne ins Leben gerufen, das Geld soll eine Operation des Arms finanzieren. 

Ukraine: Ukrainische Kämpfer harrten wochenlang im Stahlwerk aus

Nachdem die letzten Zivilisten – am Ende wurden 51 Personen, darunter auch Frauen und Kinder, in Sicherheit gebracht – aus dem Asowstal-Stahlwerk befreit worden sind, harrten zahlreiche verletzte ukrainische Soldaten weiter aus – obwohl Mariupol zu jenem Zeitpunkt schon seit Wochen unter russischer Kontrolle war. Putins Armee griff die Anlage weiter mit Panzern und Artillerie an.

Der ukrainische Kommandeur der 36. Marineinfanteriebrigade, Serhij Wolynskyj, sendete bei Facebook damals einen Hilferuf: „Es scheint so, als ob ich in irgendeiner höllischen Reality-Show gelandet bin, in der wir Militärs um unser Leben kämpfen, und die ganze Welt schaut dem interessanten Stück zu!“, klagte er. „Schmerz, Leiden, Hunger, Qualen, Tränen, Angst, Tod – alles ist echt!“ Nur ein Wunder könne die Kämpfer retten. Zu jenem Zeitpunkt sollen sie sich bereits seit 72 Tagen auf dem riesigen Industriekomplex befunden haben.

Knapp zwei Wochen später, am 20. Mai, gaben die Kämpfer schließlich auf und wurden in Bussen abtransportiert – in russische Lager für Kriegsgefangene. Nun sind einige der Männer wieder bei ihren Familien.

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