Deutschland schickt Panzer Die völlig falsche Wahl? Experte warnt: „Es gibt ein großes Problem“

Deutschland vollzieht die überraschende Kehrtwende: Die Bundesregierung eilt der Ukraine mit dem Flakabwehrpanzer vom Typ Gepard zur Hilfe. Doch es gibt laut einem Experten ein großes Problem dabei.

Kyjiw bekommt jetzt doch schweres Kriegsgerät aus Deutschland: Wochenlang wurde die SPD von der eigenen Koalition sowie der CDU unter Druck gesetzt, doch schwere Waffen zu liefern. Jetzt erhält der Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann grünes Licht von Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD): Der Gepard-Panzer aus früheren Bundeswehr-Beständen kann in die Ukraine geliefert werden.

Lambrecht erklärte: „Der Gepard ist genau das, was die Ukraine jetzt braucht, um den Luftraum zu sichern vom Boden aus.“ Aber ist es genau das, was der Ukraine genau jetzt hilft? Ein Experte meint: nein.

Der Waffensachverständige und Rüstungsexperte Lars Winkelsdorf erklärt „t-online.de“, dass von Einsatzbereitschaft bei dem alten Gerät nicht die Rede sein kann. „Diese Fahrzeuge wurden über Jahre im Freien gelagert und waren den Witterungseinflüssen vollständig ausgesetzt. Das Metall hat angefangen zu rosten, die Feuchtigkeit ist in die ganzen Systeme eingedrungen.“ Was überhaupt funktionsfähig ist am Gepard, müsse nun erst einmal geprüft werden.

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Ukraine: „Panzer sind Wracks, die instand gesetzt werden müssen“

Die Ukraine würde daher im Kampf gegen Russlandnun nicht gebrauchsfähige Panzer bekommen, sondern könne Wracks kaufen, die instand gesetzt werden müssten. Das könne Wochen dauern, denn die alte Elektrik müsse wieder gebrauchsfähig gemacht werden. Und die Ersatzteile dafür müssten lieferbar sei oder erst produziert werden. Doch es gebe noch eine andere Schwierigkeit: die sehr komplexe Handhabung.

„Es gibt in der Tat ein riesiges Problem, erklärt Winkelsdorf. „Man hat schon damals, als es noch die Wehrpflicht in Deutschland gab, erkannt, dass die Ausbildung für die Nutzung des Gepard die komplizierteste, langwierigste und übungsintensivste war, die es für Wehrpflichtige gab.“ Die Ausbildung habe nicht Wochen, sondern Monate gedauert.

Ukraine: Experte sieht „riesiges Problem“ bei Panzer-Lieferung

Winkelsdorf erklärt: „Die ukrainischen Soldaten müssen beim Gepard eine hochgradig komplizierte Bordelektronik beherrschen – und das auch noch unter Gefechtsbedingungen. Bis die ukrainische Armee den Panzer also so nutzen kann, wie es vorgesehen ist, kann es mehrere Monate dauern.“ Zudem könne Deutschland nur in Einzelfällen Ersatzteile liefern. Die Ukraine könne es sicher nicht leisten, Dinge am Panzer instand zu setzen. „Aus genau diesen Gründen wurde eine Wiedereinführung des Gepard in der Bundeswehr abgelehnt“.

Der Gepard würde der Ukraine so in ihrer akuten Notsituation also weniger helfen. Leichte Waffensysteme, wie Deutschland sie bisher geschickt hat, würden eine unmittelbare Hilfe leisten. „Mittel- bis langfristig kann Deutschland Ausbildungsmöglichkeiten schaffen und Fahrzeuge instand setzen, die dann der Ukraine übergeben werden können – inklusive der erforderlichen Ersatzteile und Munition.“ Das seien laut Winkelsdorf aber Probleme, „die nicht nächste oder übernächste Woche gelöst werden können.“

Ukraine: Experte über Gepard – „ist eher ein politisches Placebo“

Dass die Bundesregierung jetzt ausgerechnet auf diesen Panzer setzt, sei mehr ein politisches Signal, so der Experte. „Man hat sich aber mit der Frage, ob es Sinn ergibt oder nicht, vorher noch gar nicht beschäftigt. Die Lieferung des Gepard ist eher ein politisches Placebo, gerichtet an unsere Alliierten, weniger an die Ukraine. Es ist keine qualifizierte Hilfeleistung für Waffenlieferungen in das Kriegsgebiet. Das ist nichts Halbes und nichts Ganzes.“

Gleichzeitig aber sei es auch Tatsache, dass die Ukraine jede Hilfe braucht, die sie kriegen kann. Die Frage ist nur, ob ihr mit den einfacher zu handhabenden „Marder“-Schützenpanzern nicht mehr geholfen wäre. (mg)

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