Corona aktuell War es doch der 11.11.? Köln bei Inzidenz jetzt trauriger Spitzenreiter

Explodierende Nebenkosten Menschen in Angst um ihre Wohnungen

Die Nebenkosten steigen dramatisch. Viele Menschen haben Angst, dass sie dadurch in finanziellen Schwierigkeiten geraten.

Köln. Wird das Leben für Gering- und Normalverdiener bald unbezahlbar? Die Schock-Nachrichten über ständig steigende Preise nicht nur für Gas und Öl sind alarmierend – insbesondere für viele, die zur Miete wohnen.

Nach jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes legten die Verbraucherpreise  im September gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,1 Prozent zu – der höchste Wert seit Dezember 1993.

Steigende Nebenkosten: Sprit fast acht Cent teurer

Die Kosten für Strom, Gas, Öl und Benzin gehen durch die Decke. Hinzu kommt, dass in Deutschland seit Januar 25 Euro je Tonne Kohlendioxid fällig sind, das beim Verbrennen von Diesel, Benzin, Heizöl und Erdgas entsteht.

Konkret bedeutet das: Der Preis für Benzin stieg um 7 Cent pro Liter und für Diesel um 7,9 Cent. Für Heizöl sind 7,9 Cent pro Liter, für Erdgas um 0,6 Cent pro Kilowattstunde zusätzlich zu den derzeit hohen Preisen. Kosten, die in den kommenden Jahren noch weiter steigen werden.

Explodierende Nebenkosten: Der Mieterbund ist alarmiert

Angesichts der explodierenden Energiepreise erwarten Experten bereits einen Horrorwinter für Mieterinnen und Mieter, die mit fossilen Brennstoffen heizen müssen. Auch der Deutsche Mieterbund ist alarmiert. Sein Präsident Lukas Siebenkotten (64) sagte EXPRESS.de: „Es sind deutliche Mehrkosten von durchschnittlich 90 Euro (13 Prozent) zu erwarten. Gründe dafür sind steigende Energiepreise, kühleres Wetter und der CO2-Preis, der seit Anfang des Jahres komplett auf die Mieterschaft umgelegt werden darf.“ Müssen Mieter um ihre Wohnung fürchten?

Die Gefahr bestehe durchaus, sagt Lukas Siebenkotten – auch mit Blick auf die Tatsache, dass sich die Nebenkosten jetzt schon vielfach auf eine zweite Miete summieren:  „Viele Mieterinnen und Mieter, insbesondere in den Großstädten und Ballungszentren, sind bereits jetzt an ihrer finanziellen Belastungsgrenze. Eine weitere Verteuerung ihrer Miete über die steigenden Heizkosten wird für sie kaum zu stemmen sein. Wir fordern daher die Politik auf, schnell zu handeln und Mieterinnen und Mieter vor Energiearmut und im Zweifel auch vor dem Verlust ihrer Wohnung zu schützen.“

Steigende Nebenkosten: Die Belastungen sind zu hoch

Siebenkotten verweist in diesem Zusammenhang auf den Wohngeld- und Mietenbericht der Bundesregierung. Danach liegt die individuelle Wohnkostenbelastung im bundesweiten Durchschnitt schon jetzt bei fast 30 Prozent des verfügbaren Haushaltsnettoeinkommens, bei einkommensarmen Haushalten (1300 Euro Nettoeinkommen) sogar bei fast 50 Prozent.

Nahezu die Hälfte der Mieterinnen und Mieter in Großstädten habe Angst, die Miete künftig nicht mehr zahlen zu können.  Auch Rücklagen schmelzen: Hinzu kommt, dass auch bei denen, die Rücklagen gebildet haben, das Ersparte durch die steigende Inflation an Wert verliert. Zinsen sind – wenn überhaupt – mickrig, und immer mehr Banken und Sparkassen verlangen Strafzinsen für Einlagen. Und das trifft oft schon Kleinsparer.

Nach Berechnungen der Commerzbank-Tochter Comdirect verloren Spareinlagen in den ersten neun Monaten insgesamt rund 47 Milliarden Euro an Wert. Hilfen notwendig? Ja, sagt Siebenkotten. „Die einseitige Belastung der Mieterinnen und Mieter durch die CO2-Abgabe muss unbedingt rückgängig gemacht werden. Zusätzlich müssen das Wohngeld erhöht und um eine Klimakomponente ergänzt, der Strompreis umgehend reduziert und die Hartz-IV-Regelsätze erhöht werden.“

Mieterbund fordert Mietenstopp 

Siebenkotten sieht die künftige Bundesregierung in der Pflicht: „Wir erwarten, dass die neue Bundesregierung die Probleme auf dem Mietmarkt angeht und eine faire und gemeinwohlorientierte Wohnungs- und Mietenpolitik betreibt. Dazu gehören insbesondere die Schaffung ausreichend bezahlbaren Wohnraums, die Eindämmung der stetig steigenden Mieten über einen Mietenstopp im Bestand – für sechs Jahre auf dem jetzigen Niveau – und eine scharfe Mietpreisbremse sowie die sozialverträgliche energetische Modernisierung des Gebäudebestandes.“

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