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CoronaKarl Lauterbach mit schlimmer Befürchtung – „wäre eine lupenreine Katastrophe“

Massenhafte Infektionen und immer mehr Todesopfer: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI) äußerten sich zur aktuellen Corona-Lage.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach und RKI-Chef Lothar Wieler haben sich am Freitag, 25. März 2022, bei der Bundespressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage zu Wort gemeldet. Die Situation sei nicht gut, von einem Freedom Day könne nicht gesprochen werden.

RKI-Pressekonferenz: Lauterbach und Wieler über Corona-Lage

In unserem Ticker haben wir die Pressekonferenz live verfolgt. In übersichtlichen Stichpunkten sind die wichtigsten Inhalte hier für Sie zusammengefasst. Die neuesten Aussagen stehen immer oben.

  • Es sei zudem auch sehr wahrscheinlich, dass das Coronavirus weitere Mutationen vollziehe. Es sei gut möglich, dass diese sogar noch infektiöser und auch gefährlicher seien als die aktuelle Omikron-Variante. Vor allem vor dem Hintergrund einer zu geringen Impfquote wäre das „eine lupenreine Katastrophe“, so Gesundheitsminister Karl Lauterbach.
  • Sollte in Deutschland die Impf-Situation sich nicht deutlich verändern über den Sommer, stünden wir im Herbst wieder vor der Notwendigkeit, auch strenge Maßnahmen ergreifen zu müssen. „Wir sprechen nicht über Kleinigkeiten“, so Lauterbach. Schließungen, Ausgangssperren hält der Bundesgesundheitsminister für nicht ausgeschlossen.
  • Lauterbach macht deutlich, was auf dem Spiel steht. Wenn man es nicht schaffe, einen flächendeckenden Impfschutz in der Bevölkerung zu erreichen, dann komme man im Herbst seiner Einschätzung zufolge in eine Situation, die „noch gefährlicher“ ist, als je zuvor.
  • Lothar Wieler hebt hervor, wie wichtig das Tragen einer Maske ist. „Wer Masken trägt, zeigt damit auch seine Rücksicht für andere. Das ist gelebte Solidarität.“
  • „Wir tragen die Verantwortung für uns, aber auch für andere“, stellt Wieler klar. Daher solle man Kontakte vermeiden, vor allem, wenn man Symptome habe oder nicht geimpft oder genesen sei.
  • Vor allem an Personen über 60 Jahren und andere Risikogruppen richtet RKI-Chef Wieler einen Appell, sich impfen zu lassen.
  • „Viele dieser Todesfälle hätten durch Impfungen verhindert werden können“, so Wieler. Zwar hätten die Infektionen vermutlich oft nicht verhindert werden, doch Zahlen belegen, dass Geimpfte deutlich weniger an schweren Verläufen leiden.
  • RKI-Chef Lothar Wieler hat das Wort: „Die Pandemie ist nicht zu Ende. Die Fallzahlen liegen auf einem höheren Niveau seit Beginn.“ Wieler hebt hervor, dass auch Omikron-Fälle häufig schwere Verläufe aufweisen.
  • Unter dem dritten Punkt rät der Bundesgesundheitsminister zur Booster-Impfung. Die Boosterung schützt vor schweren Erkrankungen, doch immer noch seien viel zu wenige Menschen mit einer dritten Impfung geschützt. Vor allem auf Risiko-Patienten müsse man stärker herantreten.
  • Lauterbachs zweiter Punkt ist ein Impfappell an die Ungeimpften. Die derzeitige Situation sei so, dass man sich in den kommenden Tagen mit Corona anstecken wird. „Bei der derzeitigen Infektionslage ist das Risiko für Ansteckungen ist höher als je zuvor.“
  • Derzeit seien die Bundesländer zu zögerlich und auch nicht übereinstimmend bei der Anwendung des Infektionsschutzgesetzes. „Wir müssen zu mehr Einheitlichkeit kommen, wie wir die Hotspots-Regelungen anzuwenden sind“, fordert Lauterbach.
  • Drei Punkte will Lauterbach vortragen. Erstens müsse die Hotspots-Regelung angewendet werden. „Die gegenseitigen Vorwürfe bringen uns nicht weiter“, so Lauterbach.
  • In solch einer Situation müsse man unmittelbar und schnell reagieren. „In diesen letzten Wochen vor dem besseren Wetter müssen wir aktiv werden“, so der Bundesgesundheitsminister.
  • Karl Lauterbach: „Es ist leider keine gute Situation, mit der wir konfrontiert sind. Von Freedom Day kann keine Rede sein. Wir beklagen um die 300 Tote pro Tag. Derzeit gibt es auch keine Hinweise darauf, dass sich daran bald etwas ändern könnte.“ Stattdessen könne sich die Corona-Lage noch dramatisch zuspitzen.
  • Die Pressekonferenz hat um 10 Uhr begonnen.

Corona aktuell: Zahlen schießen in die Höhe, trotzdem fallen Maßnahmen weg

Das aktuelle Infektionsgeschehen bereitet vielen Expertinnen und Experten große Sorgen. Wie lang ist die problemlose Versorgung in Krankenhäusern und Kliniken bei diesen Zahlen noch zu bewältigen? Immer mehr Personal infiziert sich - und fällt an der Arbeit aus. Wichtige Schichten brechen immer wieder weg, Operationen müssen deswegen verschoben werden.

Alles zum Thema Karl Lauterbach

Unterdessen hatte die Ampel kürzlich beschlossen, dass es aktuell keine flächendeckenden Infektionsschutz-Regeln mehr für die Bundesrepublik geben wird. Stattdessen sollen die Bundesländer nun Regeln für einzelne Hotspots erlassen. Spätestens Anfang April 2022 wird vermutlich auch in NRW keine Maskenpflicht mehr in Supermärkten wie Aldi und Lidl herrschen. Größter Treiber dieser Entscheidungen auf Bundesebene war die FDP.

Dass während der Corona-Pandemie mit extrem hohen Zahlen unbedingt auf einfachste Maßnahmen, wie das Tragen von Masken verzichtet werden soll, stößt nicht nur bei Experten und Expertinnen auf Kritik. Auch viele Menschen, die zur Risikogruppe (beispielsweise Autoimmunkranke, chronisch Kranke und Schwangere) gehören, sind enttäuscht von der Bundespolitik und äußern ihren Unmut in sozialen Netzwerken wie Twitter. (jv/dok)