Renten steigen 2023 Doch die Erhöhung wird zur Steuerfalle

Ein Rentner füllt seine Steuererklärung aus und tippt zur Berechnung Zahlen in einen Tischrechner.

Ein Rentner füllt seine Steuererklärung aus und tippt zur Berechnung Zahlen in einen Tischrechner.

Die Renten werden 2023 überdurchschnittlich stark steigen in Deutschland. Doch hinter der guten Nachricht versteckt sich für viele Rentnerinnen und Rentner eine Steuerfalle.

Inflation, Energiekrise, Corona-Pandemie: Die Preise und laufenden Kosten steigen – vor allem vielen Rentnerinnen und Rentnern bis zum Hals. Dass die Renten 2023 deutlich erhöht werden, dürfte für Erleichterung sorgen. Doch die Erhöhung hat einen Haken.

Laut dem Rentenversicherungsbericht erhöhen sich die Renten zum 1. Juli 2023 um 3,5 Prozent im Westen und 4,2 Prozent im Osten. Nicht genug: Bis zum Jahr 2036 steigen die Renten demnach um insgesamt 43 Prozent. Das entspricht einer durchschnittlichen Steigerungsrate von 2,6 Prozent pro Jahr.

Renten sollen 2023 überdurchschnittlich steigen

Die genaue Rentenanpassung wird erst im kommenden Frühjahr feststehen, wenn alle Daten vorliegen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sagte der „Bild am Sonntag“, „nach den jetzt vorliegenden Daten können die Rentnerinnen und Rentner im Sommer erneut mit einer spürbaren Rentenerhöhung rechnen.“

Für dieses Jahr rechnen die Rentenexperten mit einem Lohnzuwachs von 4,5 Prozent, für 2023 mit fünf Prozent, für 2024 von 4,7 Prozent. Heil sagte, „mir ist wichtig, dass davon auch die Rente profitiert.“

Doch für zehntausende Rentnerinnen und Rentner hat die Rentenerhöhung einen Haken. Denn für sie bedeutet der Anstieg eine Steuerfalle im Zusammenhang mit dem Steuerfreibetrag.

Rentenerhöhung läuft für zehntausende Deutsche in eine Steuerfalle

Liegen Einkünfte unter dem Freibetrag von 10.347 Euro im Jahr, müssen keine Steuern gezahlt werden. Steigen die Jahreseinkünfte jedoch über diesen Betrag, werden Abgaben fällig.

Nach der neuen Rentenerhöhung werden nun zehntausende Deutsche verpflichtet sein, Steuern zu zahlen – auch wenn die Personen keine weiteren Einkünfte haben, wie folgende Rechnung zeigt:

  • Bei einer Rente von 850 Euro pro Monat und keinen weiteren Einkünften, lag die Jahresrente bei 10.200 Euro. Da dieser Betrag unter dem Steuerfreibetrag liegt, sind keine Steuern fällig.
  • Bei der angekündigten Rentenerhöhung um 3,5 Prozent steigt die Jahresrente jedoch auf 10.555 Euro – und liegt damit über dem Steuerfreibetrag. Rentnerinnen und Rentner müssen diese Differenz von 355 Euro also zukünftig versteuern.

Die Erhöhung dürfte in dieser Form also für zehntausende Rentnerinnen und Rentner also einfach wieder verpuffen. Zudem wurden bereits jetzt kritische Stimmen laut.

Scharfe Kritik an Rentenplan – „Grundsätzlich zu niedrig“

Angesichts der grassierenden Inflation, der Vernachlässigung von Rentnern bei den Entlastungspakten der Bundesregierung und der Nullrunde für Rentner im Pandemie-Jahr 2021 sei klar, dass die Anhebung wenig an der Altersarmut ändere, sagte der Linken-Parteivorsitzende Martin Schirdewan am Sonntag (6. November 2021).

Auch der Sozialverband Deutschland bemängelte, die geplante Anpassung sei angesichts der Inflation nicht ausreichend. „Die durchschnittliche Altersrente beträgt bei uns nur knapp 1300 Euro bei 35 Versicherungsjahren. Gerade in der Krise zeigt sich, dass das derzeitige Rentenniveau von 48 Prozent grundsätzlich zu niedrig ist“, sagte die Vorsitzende Michaela Engelmeier. Es brauche eine zügige Anhebung des Niveaus auf 50 Prozent, langfristig auf 53 Prozent.

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.