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„Provokation“ Erdogan will Geisterstadt wiedereröffnen – das sorgt für Ärger

Ein Blick auf die Geisterstadt Varosha auf Zypern. Das Foto wurde am 19. Juli 2021 aufgenommen.

Ein Blick auf die Geisterstadt Varosha auf Zypern. Das Foto wurde am 19. Juli 2021 aufgenommen.

Die Region um Varosha auf Zypern sorgt aktuell für einen politischen Konflikt zwischen der Türkei und der EU. Auch die USA kritisieren das Vorgehen.

Istanbul. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will die Geisterstadt Varosha auf Zypern wiedereröffnen. Das sorgt international für Empörung.

Deutschland, Frankreich und die USA verurteilten die Ankündigung, einen Teil des ehemaligen Ferienortes in türkisch-zyprische Kontrolle zu überführen. Deutschland rief die Türkei am Mittwoch auf, sich an alle UN-Resolutionen zu halten und „die Kontrolle über den Ort der UN-Mission zu übertragen“.

Das türkische Vorgehen gefährde EU-Türkei-Beziehungen 

Einseitige Schritte seien „alles andere als hilfreich“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin. Das türkische Vorgehen gefährde „die Fortschritte der letzten Monate in den EU-Türkei-Beziehungen“ und erschwere die Bemühungen um die Wiederaufnahme der Zypern-Gespräche.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am 20. Juli 2021 bei einer Militärparade.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am 20. Juli 2021 bei einer Militärparade.

Ein solcher Schritt verstoße gegen UN-Resolutionen, die eine Verwaltung des Ortes durch die Vereinten Nationen vorsähen, erklärte auch US-Außenminister Antony Blinken. Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian warf Erdogan eine „Provokation“ vor.

Der EU-Außenbeauftragte verurteilt Erdogans Vorgehen 

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hatte Erdogans Vorgehen zuvor bereits als „inakzeptable einseitige Entscheidung“ verurteilt. Die Türkei wies diese Kritik als „null und nichtig“ zurück.

Bei einem Besuch im türkisch besetzten Nordteil Zyperns hatte Erdogan am Dienstag die Pläne zur Öffnung der Geisterstadt Varosha vorangetrieben und eine fortgesetzte Teilung der Insel befürwortet. Bereits seit vergangenem Herbst können Menschen den Strand der verfallenen Stadt nutzen.

Der von der Türkei kontrollierte Küstenort Varosha liegt direkt an der UN-Pufferzone zwischen dem türkischen Nord- und dem griechischen Südteil der Mittelmeerinsel. Der Status von Varosha ist Gegenstand von Resolutionen des UN-Sicherheitsrats.

Zypern ist seit 1974 geteilt

Zypern ist seit 1974 geteilt. Damals hatte die türkische Armee nach einem Militärputsch der griechischen Zyprer den Norden besetzt. Seit 2004 gehört Zypern der EU an, im Nordteil der Insel ist europäisches Recht jedoch bis zur Lösung des Konflikts ausgesetzt. Die UNO bemüht sich seit langem um eine Vermittlung, bisher ohne Erfolg. Die Türkei ist der einzige Staat, welcher die 1983 ausgerufene Türkische Republik Nordzypern anerkennt. (mt/afp)