Vom Kommunisten zum rechten Rand – eine Karriere voller Extreme.
Polit-Beben in ItalienLega-Gründer Umberto Bossi mit 84 Jahren gestorben

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Der Mitbegründer der italienischen Regierungspartei Lega, Umberto Bossi, ist im Alter von 84 Jahren gestorben. (Archivbild)
Er schuf die Lega, diente als Minister und musste hinter Gitter.
Ein prägender und zugleich höchst umstrittener Politiker Italiens ist von uns gegangen. Umberto Bossi, einer der Gründerväter der rechten Regierungspartei Lega, ist verstorben. Er starb mit 84 Jahren in einer Klinik in Varese im Norden des Landes, wie die dpa berichtet.
In der Mitte der 1980er-Jahre rief Bossi die Autonomiebewegung Lega Autonomista ins Leben. Aus dieser Keimzelle wuchs erst die Lega Nord und später die rechtspopulistische Lega hervor, welche aktuell Teil der Regierung in Rom ist.
Zoff mit Berlusconi: Ein Bündnis zwischen Macht und Streit
Der politische Werdegang von Bossi ist untrennbar mit dem Aufstieg von Silvio Berlusconi (gestorben 2023) verbunden, obwohl die beiden sich regelmäßig heftig in die Haare kriegten. Der einstige Kommunist war über viele Jahre Abgeordneter im Parlament in Rom sowie im EU-Parlament. Unter der Führung Berlusconis bekleidete er zwei Ministerämter. Von Italiens Präsident Sergio Mattarella wurde er als „aufrichtigen Demokraten“ bezeichnet.
Tiefer Fall: Finanzskandal und Gefängnisstrafe
Besonders im Norden Italiens fand Bossi anfangs großen Zuspruch mit seiner Schelte am Zentralstaat und teils üblen Attacken gegen den Süden. Ein Skandal um Parteigelder zwang ihn 2012 allerdings zum Rücktritt vom Parteivorsitz. Später folgte eine Verurteilung zu einer Haftstrafe wegen der Unterschlagung von Geldern der Partei. In der letzten Zeit war es um Bossi, trotz seines Senatorenamtes, sehr ruhig geworden.
An der Spitze der Lega steht heute Verkehrsminister Matteo Salvini. Er ist als Vize-Regierungschef Teil der Koalition von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Aktuelle Umfragen sehen die Partei bei weniger als zehn Prozent. Aufgrund des Todes von Bossi hat die Lega sämtliche Termine für eine Volksabstimmung am kommenden Sonntag und Montag gestrichen. (red)
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