Pendlerpauschale Die Grünen zögern bei Erhöhung – „keine Anreize, mehr Sprit einzusparen“

Wirtschaftsminister Robert Habeck spricht bei einer Pressekonferenz.

Die Grünen zeigen sich zurückhaltend bei der möglichen Erhöhung der Pendlerpauschale. Das Foto zeigt den Wirtschaftsminister der Grünen, Robert Habeck, am 12. Juli 2022 in Wien.

Inflation, Energiekrise und hohe Spritpreise: Finanzielle Entlastungen werden in Deutschland aktuell dringend gebraucht. Dennoch zeigen sich die Grünen zurückhaltend, wenn es um eine Erhöhung der Pendlerpauschale geht.

Die Ampel-Koalition ist sich uneins beim Thema Pendlerpauschale. Am Dienstag (19. Juli) überraschte FDP-Chef Christian Lindner mit einem Vorstoß für die Erhöhung. Aufgrund der hohen Energiekosten befürworte er eine deutliche Erhöhung der Pendlerpauschale ab dem kommenden Jahr, um die Mitte der Gesellschaft zu entlasten.

Um wieviel Cent er die Pendlerpauschale erhöhen will und was das kosten würde, sagte Christian Lindner aber nicht. Die Pauschale beträgt derzeit bis zum 20. Kilometer 30 Cent pro Kilometer.

Die Koalition hatte im Frühjahr als Teil eines Entlastungspakets eine höhere Pauschale für Fernpendler beschlossen – das sind Bürgerinnen und Bürger, die 21 oder mehr Kilometer zur Arbeit fahren müssen.

Pendlerpauschale: SPD offen für die Erhöhung, Grüne zögerlich

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Auch die SPD zeigte sich offen für eine mögliche Erhöhung. „Grundsätzlich kann aus meiner Sicht eine Erhöhung der Pendlerpauschale auch ab dem 1. Kilometer durchaus ein Instrument sein, um eine effektive weitere Entlastung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gerade im ländlichen Raum zu schaffen“, so SPD-Fraktionsvize Achim Post.

Die Grünen hingegen äußerten sich eher zurückhaltend. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Andreas Audretsch sagte am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur: „Die Pendlerpauschale einfach anzuheben würde vor allem den Menschen zugutekommen, die sehr viel verdienen und würde keine Anreize bieten, mehr Sprit einzusparen.“

Damit seien die Anforderungen an derzeitige Entlastungsmaßnahmen nicht erfüllt. „Genau jetzt müssen wir sicherstellen, dass Entlastungen gezielt bei Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ankommen und gleichzeitig einen Mehrwert für einen effizienteren Umgang mit knapper und teurer Energie bieten“, so Audretsch. (dpa)

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