Panik nach Putin-Rede Russen und Russinnen versuchen, das Land zu verlassen – Flüge ausgebucht

Passagiere eines Fluges von Moskau nach Belgrad verlassen bei ihrer Ankunft am Mittwoch (21. September 2022) das Terminal.

Passagiere eines Fluges von Moskau nach Belgrad verlassen bei ihrer Ankunft am Mittwoch (21. September 2022) das Terminal.

Viele Russen und Russinnen versuchen gerade, ihr Land zu verlassen. Die meisten Flüge ins Ausland sind völlig überbucht. Die Suchmaschinen laufen heiß vor Anfragen nach Ausreisemöglichkeiten. Der Grund: Putins Rede am Mittwoch (21. September 2022). 

Die von Kremlchef Wladimir Putin verkündete Teilmobilmachung russischer Reservisten und Reservistinnen hat in Russland zu einem Ansturm auf Flugtickets für Auslands-Flüge geführt.

Laut der in Russland beliebten Buchungsseite Aviasales waren alle Direktflüge in die nächstgelegenen ehemaligen Sowjetrepubliken Armenien, Georgien, Aserbaidschan und Kasachstan am Mittwoch ausgebucht.

Nach Rede von Wladimir Putin: Russische Bürgerinnen und Bürger fliehen aus Land

Turkish Airlines teilte mit, dass es erst am Samstag wieder Plätze für Istanbul gebe, eines der wichtigsten Drehkreuze für Flüge aus und nach Russland. Der nächste AirSerbia-Flug nach Belgrad war nach Angaben der serbischen Fluglinie erst wieder am Montag verfügbar.

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Selbst Inlandsflüge in Grenzstädte waren äußerst begehrt: Flugtickets von Moskau in die Stadt Wladikawkas an der Grenze zu Georgien etwa kosteten am Mittwoch über 750 Dollar – mehr als das Zehnfache des üblichen Preises.

Laut dem Online-Dienst Google Trends wurden die Suchbegriffe „Tickets“ und „Flugzeug“ seit dem frühen Morgen in Russland doppelt so häufig im Internet eingegeben wie sonst üblich. Die Suchanfrage „Russland verlassen“ war hundertmal häufiger als an normalen Tagen. Spitzenreiter bei den Standorten der Suchen war demnach die Grenzstadt Belgorod und ihre Umgebung, die immer wieder vom Nordosten der Ukraine aus beschossen wird.

Nach Angaben von Verteidigungsminister Sergej Schoigu sollen rund 300.000 Reservisten und Reservistinnen zur Verstärkung der russischen und separatistischen Kräfte in den Osten und Süden der Ukraine entsandt werden. Mobilisieren ließen sich laut Schoigu aber bis zu 25 Millionen Menschen.

Befürchtungen, Russland könnte das Kriegsrecht verhängen, hatten bereits zu Beginn des russischen Militäreinsatzes in der Ukraine zu einem Exodus von zehntausenden Russen in die Nachbarländer geführt. Flüge in die Europäische Union sind seitdem nicht mehr möglich. (afp)

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