Eine Auszeichnung für die Top-Buchhandlungen in Deutschland entwickelt sich zur politischen Affäre. Von der Nominierungsliste wurden drei Geschäfte entfernt – angeblich, weil der Verfassungsschutz sie im Visier hat. Nun macht der Autorenverband PEN mobil und spart nicht mit Kritik.
Mega-Krach um Buch-AuszeichnungSchriftsteller befürchten „amerikanische Zustände“

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Kulturstaatsminister Wolfram Weimer steht wegen der Entscheidung in der Kritik. (Archivbild)
In der deutschen Kulturwelt sorgt die Maßnahme für Aufruhr: Wie die dpa meldet, äußert sich der Autorenverband PEN Deutschland „mit großer Sorge“ zur Streichung von drei Buchgeschäften von der Kandidatenliste des Deutschen Buchhandlungspreises.
PEN-Verband „Ganze Branche“ in Verruf gebracht
Der Autorenverband hat eine eindeutige Haltung. „Nicht nur der Preis ist damit beschädigt, sondern das Ansehen einer ganzen Branche – und das unserer politischen Entscheider“, so die Mitteilung von PEN Deutschland aus Darmstadt. Die Auszeichnung ist für circa 100 besonders verdiente kleine Buchgeschäfte mit Prämien verbunden, die zwischen 7.000 und 25.000 Euro liegen.
Matthias Politycki, der an der Spitze von PEN Deutschland steht, zieht eine scharfe Parallele: „Wehret den Anfängen – ansonsten werden wir im Handumdrehen ‚amerikanische‘ Zustände haben.“
Sorge wegen politischer Einflussnahme auf den Kulturbetrieb
Seine Befürchtung? Politycki hat die Sorge, dass die amtierende Regierung die Kulturlandschaft nach eigenen Vorstellungen formt. „Sei's in zeitlicher Abfolge, indem sie die Entscheidungen der Vorgängerregierung revidiert, sei's in räumlicher Hinsicht, indem das kulturelle Angebot von Bundesland zu Bundesland völlig anders bemessen wird.“
Damit ist die Diskussion über die Grenzen der freien Meinungsäußerung und den politischen Einfluss auf die Kultur wieder voll im Gange. Der Autorenverband macht klar: Zur Meinungsfreiheit gehört auch die Freiheit von Buchhändlern. (red)
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