Ukraine-Krieg Baerbock mit harten Vorwürfen gegen Russland – Hunger als Kriegswaffe eingesetzt?

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock spricht bei dem Gipfeltreffen am 13. Mai 2022.

Bundesaußenministerin Baerbock findet deutliche Worte an Russland und die durch den Krieg vorangetriebene Hungersnot. Das Bild zeigt die Außenministerin am 13. Mai 2022 bei einem Gespräch.

Die Welt befindet sich in einer Nahrungsmittelkrise, vorangetrieben durch die Corona-Pandemie und Klimakrise. Und nun droht diese aufgrund des Ukraine-Kriegs zu eskalieren. Außenministerin Annalena Baerbock findet dafür deutliche Worte und richtet sie an Russland.

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (41) hat Russland vorgeworfen, die Blockade von Getreideexporten aus der Ukraine als Kriegswaffe einzusetzen. „Durch die Blockade ukrainischer Häfen, durch die Zerstörung von Silos, Straßen und Eisenbahnen und insbesondere der Felder von Bauern hat Russland einen Kornkrieg begonnen, der eine globale Nahrungsmittelkrise anfacht“, sagte Baerbock am Mittwoch (18. Mai) während eines Außenministertreffens bei den Vereinten Nationen in New York.

Nach Angaben der Bundesregierung unterbindet Russland in der Ukraine die Ausfuhr von 20 Millionen Tonnen Getreide vor allem nach Nordafrika und Asien, ein Großteil davon im Hafen von Odessa. Die Ukraine ist einer der größten Produzenten der Welt.

Baerbock mit deutlichen Worten: „brutalen Krieg nicht nur mit Panzern“

„Russland führt seinen brutalen Krieg nicht nur mit Panzern, Raketen und Bomben“, sagte die Grünen-Politikerin weiter. „Russland führt diesen Krieg mit einer anderen schrecklichen, aber leiseren Waffe: Hunger und Entbehrung.“ Dies passiere in einer Zeit, in der im Nahen Osten und in Afrika bereits Millionen von Hunger bedroht seien – durch die Klimakrise, die Covid-Pandemie und regionale Konflikte.

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Auch UN-Generalsekretär António Guterres erhöhte angesichts historischer Zahlen Hungerleidender den Druck auf Moskau: „Russland muss den sicheren Export von in ukrainischen Häfen gelagertem Getreide zulassen“, sagte der 73-Jährige.

Es sei notwendig, das Land wieder an den Weltmarkt zu bringen - genauso wie Russland und Belarus, die auch große Mengen Lebens- und Düngemittel produzierten. Der von Russland begonnene Krieg drohe, viele Millionen in eine Ernährungsunsicherheit zu stürzen und eine Krise auszulösen, „die Jahre andauern könnte“.

US-Außenminister Antony Blinken (60) forderte weltweite gemeinsame Anstrengungen. „Es ist eine Krise, die eine globale Antwort erfordert“, sagte Blinken. Ein großes Problem sei der Mangel an Düngemitteln - es müssten Anreize für ihre Produktion geschaffen werden.

„Nehmen wir Afrika, wo sich die Kosten für Düngemittel seit Beginn der Pandemie bereits vervierfacht haben und seit der russischen Invasion in die Ukraine weiter in die Höhe geschnellt sind“, sagte er. Nach der russischen Invasion in der Ukraine waren die Preise für Weizen auf den höchsten Stand seit 14 Jahren gestiegen.

Baerbock sagte weiter, die ärmsten Menschen der Welt würden den Preis für Russlands rücksichtslosen Krieg zahlen. „Ich möchte Ihnen aus tiefstem Herzen sagen: Wir sehen Ihren Schmerz. Wir hören Ihr Leid. Und wir stehen Ihnen zur Seite.“

Insgesamt stelle Deutschland dieses Jahr 3,8 Milliarden Euro für die Nahrungssicherheit zur Verfügung. Langfristig müssten vor allem die Auswirkungen des Klimawandels auf den Agrarsektor angegangen werden: „Wir müssen den Landwirten helfen, weniger anfällig für Dürren, Überschwemmungen oder extreme Regenfälle zu werden.“

Weltweite Hungersnot hat neuen Höchststand

Den Vereinten Nationen zufolge hat der weltweite Hunger einen neuen Höchststand erreicht. Die Zahl der Menschen mit starker Ernährungsunsicherheit habe sich in den vergangenen zwei Jahren von 135 auf heute 276 Millionen erhöht. Mehr als eine halbe Million Menschen sei vom Hungertod bedroht - fünf Mal mehr als noch 2016.

Der Krieg in der Ukraine facht diese Entwicklung weiter an: Zusammen produzieren die Ukraine und Russland fast ein Drittel des Weizens und der Gerste der Welt und die Hälfte des Sonnenblumenöls. (dpa)

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