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„Ahnungslose Analphabeten“Heino-Manager attackiert Kritiker bei Konzert für Feuerwehrmann

Konzert des Sängers Heino aus Solidarität mit Feuerwehrmann

Copyright: Michael Bahlo/dpa

Viel Schwarz-Rot-Gold ist zu sehen, wenn Heino auf der Bühne singt.

Ein Feuerwehrmann verliert seine Ämter wegen der falschen Hymnen-Strophe. Jetzt bekommt er prominente Unterstützung.

Ärger um Hymne: Heino singt für gefeuerten Feuerwehrmann – und die Halle bebt. Schwarz-Rot-Goldene Flaggen, laute Fangesänge und bekannte Gassenhauer: Der 87-jährige Schlagerstar Heino erntet in Bad Belzig in Brandenburg tosenden Applaus. Bei seiner Show am Samstagabend in dem kleinen Kurort singt er zwar von Enzian und Rosamunde, doch der eigentliche Anlass ist ein Thema, das für gewaltigen Zündstoff sorgt.

Der Feuerwehrmann Richard Münder aus dem Ort musste seine Posten räumen, nachdem bei einem Feuerwehr-Wettbewerb in Sachsen die verpönte erste Strophe des Deutschlandlieds lief. Heino findet diese Entlassung falsch. Laut dpa reist er deswegen im Rahmen seiner „Made in Germany“-Tour für ein Solidaritätskonzert in die 11.000-Seelen-Gemeinde.

Etwa 800 Gäste feiern zu Liedern wie „Karamba, Karacho, ein Whiskey“ und „Die schwarze Barbara“. In der Mehrzweckhalle sorgt Heino für eine Stimmung wie im Festzelt. Als das wegen Sexismus-Debatten kontroverse Lied „Layla“ angestimmt wird, ist der Jubel im Publikum riesig.

Heinos Manager: Wir müssen für den Feuerwehrmann einstehen

Helmut Werner, der Manager von Heino, betont: „Es ist wichtig, dass wir heute hier sind und Flagge zeigen und uns hier einmischen.“ Der betroffene Feuerwehrmann verdiene eine zweite Chance. Viele anwesende Feuerwehrsportler teilen diese Meinung und halten die Strafe gegen Münder für überzogen. Der Deutsche Feuerwehrverband sieht das jedoch komplett anders: Er hält an der Entscheidung fest, Münder von sämtlichen Aufgaben als Wettkampfrichter zu entheben.

Konzert des Sängers Heino aus Solidarität mit Feuerwehrmann

Copyright: Michael Bahlo/dpa

Richard Münder hat einen Eklat ausgelöst, weil bei Meisterschaften im Feuerwehrsport in Sachsen 2025 die geächtete erste Strophe des Deutschlandliedes erklang.

Heino, der blonde Barde mit der markanten dunklen Brille, sorgte in seiner ausgedehnten Laufbahn für so manchen Skandal. Er gilt als Kultfigur, aber auch als Provokateur und wird oft in die politische rechte Ecke gestellt. Vor einiger Zeit stand sein „Heimat-Album“ in der Kritik, weil es Lieder beinhaltete, die sich ebenso im „Liederbuch der SS“ fanden.

Heino-Aufnahme aus den 70ern als Auslöser für den Eklat

Was ist der Hintergrund des Konzerts nach dem Konflikt um den Feuerwehrmann? Bei der Deutschen Meisterschaft im Feuerwehrsport in Torgau in Nordsachsen erklang im August 2025 anstelle der Nationalhymne die historisch heikle erste Strophe des Deutschlandlieds („Deutschland, Deutschland über alles“). Dabei handelte es sich um die kontroverse Aufnahme von Heino, die er in den 1970ern mit allen drei Strophen eingesungen hatte – auf Wunsch von Hans Filbinger (CDU), dem damaligen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg und früheren NS-Marinerichter.

Feuerwehrmann wehrt sich gegen „Rechtsextremismus-Stempel“

Wettkampfrichter Münder schildert, dass er die Fassung bei Youtube als obersten Suchtreffer entdeckte und für den Start der Meisterschaft herunterlud. Wegen dieses Fauxpas fühlt er sich nun unfair behandelt und durch die Strafmaßnahmen des Verbands in Verruf gebracht. „Man hat versucht, mir einen Rechtsextremismus-Stempel aufzudrücken“, erklärt Münder. Eine solche Unterstellung weist er entschieden zurück.

Konzert des Sängers Heino aus Solidarität mit Feuerwehrmann

Copyright: Michael Bahlo/dpa

Heino wird bei seinem Zusatzkonzert aus Solidarität mit einem Feuerwehrmann im brandenburgischen Bad Belzig bejubelt.

„Ich bedauere, dass es zu diesem Missverständnis gekommen ist“, sagt Münder, der bei dem Auftritt ein T-Shirt der Feuerwehrmeisterschaft Torgau 2025 anhat. Er wehrt sich jedoch gegen den Vorwurf, die alleinige Verantwortung zu tragen, „denn da sind andere Organisationselemente ebenfalls mitbeteiligt“.

Gegenüber der dpa stellt Heinos Manager klar: „Es war uns nicht recht, dass dieses Deutschlandlied auf diesem Bundesfeuerwehrwettkampf abgespielt worden ist.“ Von der Bühne verkündet er den feiernden Gästen später zudem, dass das Deutschlandlied bis heute nicht illegal sei.

Ein Lied mit belasteter Geschichte

Gedichtet wurde das „Lied der Deutschen“ im Jahr 1841 von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben. Die Nationalsozialisten instrumentalisierten es jedoch für ihre Propaganda und ihren Expansionsdrang. Im Jahr 1952 stimmte der damalige Bundespräsident Theodor Heuss (FDP) auf Ersuchen von Kanzler Konrad Adenauer (CDU) zu, einen Auszug des Liedes zur Nationalhymne zu machen. Diese umfasst ausschließlich die dritte Strophe mit dem Text „Einigkeit und Recht und Freiheit“.

Zahlreiche schwarz-rot-goldene Fahnen prägen das Bild auf und vor der Bühne bei Heinos Konzert. Als Zugabe gibt er unter anderem „Schwarzbraun ist die Haselnuss“ zum Besten. In Bad Belzig rufen einige Männer wiederholt in Sprechchören „Ostdeutschland, Ostdeutschland“.

Manager bezeichnet Kritiker als „ahnungslose Analphabeten“

Konfrontiert mit dem Vorwurf, Heino sei politisch rechts, entgegnet sein Manager, der Sänger habe ein AfD-Verbot befürwortet, in der Vergangenheit die SPD gewählt und sich später in Wahlkämpfen für die CDU engagiert. „Was hat Heino mit rechts zu tun? Nur weil er Volkslieder singt? Also ich finde, diese Leute, die das behaupten, sind ahnungslose Analphabeten.“

Konflikt zwischen Feuerwehrmann und Verband schwelt weiter

Zum Abschluss des Abends schwingt Feuerwehrmann Münder eine deutsche Flagge. Laute Sprechchöre mit seinem Namen sind zu hören, während ihm vor der Bühne Fanartikel von Heino übergeben werden. „Ich denke mal, dass ungefähr das halbe Publikum heute hier aus Feuerwehrkameraden der deutschen Feuerwehrsportszene besteht, die mich unterstützen“, meint Münder.

Der Wettkampfrichter plant, zukünftig mit einer neuen, von ihm mitgegründeten Feuerwehrsport-Gemeinschaft eigene jährliche Wettbewerbe auszurichten. Dies stößt beim Landesfeuerwehrverband auf Ablehnung. Dessen Präsident warnt vor einer möglichen Spaltung der Feuerwehrszene. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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