Riesiger Zoff im TV-Triell Teflon-Scholz plötzlich stinksauer, seine Ohren werden rot wie die Krawatte

Kanzlerkandidat Olaf Scholz (SPD) beim zweiten TV-Triell gegen Armin Laschet (CDU) und Annalena Baerbock (Grüne): Der ansonsten so coole Politiker zeigte diesmal Nerven und wurde auch mal laut.

Kanzlerkandidat Olaf Scholz (SPD, Foto) beim zweiten TV-Triell gegen Armin Laschet (CDU) und Annalena Baerbock (Grüne): Der ansonsten so coole Politiker zeigte diesmal Nerven und wurde auch mal laut. 

Er kann also doch Nerven zeigen: SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz, der sich beim ersten TV-Triell so cool wie ein Kühlschrank gegeben hat, wurde beim zweiten Dreikampf am Sonntag (12. September) plötzlich auch mal richtig laut. 

Berlin. Von Beginn an wurde der Dreikampf zwischen Olaf Scholz (SPD), Annalena Baerbock (Grüne) und Armin Laschet (CDU) richtig hitzig. Und auch der ansonsten so entspannt wirkende Scholz zeigte diesmal Nerven. Wegen der FIU-Ermittlungen wurde er hart angegangen und verteidigte sich lautstark. 

Als Scholz beim TV-Triell am Sonntag nach der Razzia im Finanzministerium gefragt wurde vor dem Hintergrund von Ermittlungen gegen die Zoll-Spezialeinheit FIU, passierte es. Zunächst führte er aus, wie bei der Geldwäsche durch sein Ministerium aufgeklärt wird. Dann warf Laschet ihm mangelnden Einsatz gegen Geldwäsche und „Schönrederei“ vor und attackierte ihn. 

Es sei nicht das erste Mal, wo Scholz keine Verantwortung übernehme. sagt er. „So war das auch schon bei Wirecard.“ 

TV-Triell: Olaf Scholz wird plötzlich laut, seine Ohren rot

Jetzt kam Scholz aus der Versenkung. „Man sieht wie immer wieder Dinge verdreht werden, auch weil man sie bewusst verdreht, Herr Laschet. Das müssen Sie sich jetzt vorwerfen lassen.“

Die Ohren des SPD-Politikers liefen dabei knallrot an, er wurde laut. Laschet ließ nicht locker, griff Scholz weiter hart an. „Wenn mein Finanzminister so arbeiten würde wie Sie, hätten wir ein ernstes Problem“ Scholz bellte zurück: „Herr Laschet, Sie haben drei Mal falsche Behauptungen wiederholt.“ Er warf ihm Unehrlichkeit vor. Er erwecke einen falschen Eindruck mit seiner Kritik und „packt noch ein paar Unwahrheiten hinzu“.

Der Dreikampf war da bereits richtig hitzig, auch Baerbock ging bei dem Thema auf Angriff, kritisiert den mangelnden Einsatz des Finanzministeriums gegen Geldwäsche: Dem Staat fehlen jährlich 50 Milliarden Euro wegen Steuerbetrug, sagte sie.

TV-Triell: Nach Scholz' Gefühlsausbruch blieb es hitzig

Auch nach Scholz' erstem Gefühlsausbruch blieb es hitzig, etwa später beim Thema Klimaschutz. Beide Männer warfen sich gegenseitig vor, bei wichtigen Fragen zu blockieren. Bei „Entfesselungspaketen“ der Union stehe die SPD auf der Bremse, sagte Laschet. Das ließ Scholz wiederum nicht auf sich sitzen. Laschet sage nicht die Wahrheit, so Scholz. Erneut eine Menge Zündstoff zwischen den beiden Kanzler-Kontrahenten.

Baerbock entgegnete den Streithähnen: „Wir verfehlen die Klimaziele, weil Sie sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe schieben.“

Klar ist: Es wurde diesmal beim zweiten TV-Triell wesentlich leidenschaftlicher gestritten als beim ersten Dreikampf. Das zeigt, wie heiß der Wahlkampf mittlerweile geworden ist.

TV-Triell: Kampf von Scholz und Laschet hinterlässt Spuren in Bilanz

Und eine Bilanz der ARD im Anschluss zeigt dann auch: Scholz' Wutausbruch hat Spuren hinterlassen. Auf die Frage an die Zuschauer, wer denn am sympathischsten war, liegt Annalena Baerbock mit 37 Prozent vorn. Erst dahinter kommt Olaf Scholz mit 35 Prozent, Schlusslicht ist Armin Laschet (18 Prozent). 

Dass sich gerade beide Männer während des Triells aneinander abgearbeitet hatten, half Annalena Baerbock scheinbar auch dabei, tatkräftiger zu wirken. Sie strahlte in der Umfrage mit 41 Prozent die größte Tatkraft aus, Scholz (28 Prozent) und Laschet (25 Prozent) liegen abgeschlagen dahinter. 

Allein bei der Frage danach, wer denn am Ende am überzeugendsten war, liegt Olaf Scholz – wie auch schon nach dem ersten Triell – weiterhin vorn. Er erreicht 41 Prozent, Armin Laschet kann sich auf Platz zwei diskutieren (27 Prozent); Baerbock wird diesmal Schlusslicht mit 25 Prozent. (mg)

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