Biker-Schock Bundesländer für beschränkte Motorrad-Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen

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Bei dem schönen Wetter zieht es viele Motorradfahrer wieder auf die Straßen. Auf dem Symbolfoto sind zwei Motorradfahrer in Monschau in der Eifel im Jahr 2014 zu sehen.

Berlin – Wenn die Sonne wieder scheint und sich das Wetter von seiner schönsten Seite zeigt, starten sie wieder ihre Motoren – die Motorradfahrer. Viele zieht es dann in Ausflugsgebiete wie beispielsweise die Eifel.

Die meisten von Ihnen halten sich an die Geschwindigkeits- und Lautstärke-Regeln. Doch wie so oft gibt es auch unter den Motorradfahrern schwarze Schafe, die durch die ländliche Wohngebiete rasen und damit entsprechenden Lärm verursachen. Dem will der Bundesrat jetzt einen Riegel vorschieben.

Geräuschemissionen soll begrenzt werden

Die Länderkammer will sich nach einem Beschluss vom Freitag (15. Mai 2020) dafür einsetzen, dass die zulässigen Geräuschemissionen aller Neufahrzeuge begrenzt wird.

Künftig soll ein Maximalwert von 80 Dezibel (db/A) gelten, der in etwa der Lautstärke eines vorbeifahrenden Lkws oder eines Rasenmähers entspricht. Die Länder möchten, dass Polizisten Fahrzeuge bei „gravierenden Lärmüberschreitungen“ sofort sicherstellen dürfen.

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Bei  „gravierenden Lärmüberschreitungen“ sollen Polizisten nach Meinung des Bundestages die Motorräder sofort sicherstellen dürfen. Unser Symbolbild zeigt einen Polizisten am 13. Mai 2019 bei einer LKW-Kontrolle auf der Autobahn 9 (A9)

Außerdem soll Tuning härter bestraft werden, wenn das Motorrad dadurch erheblich lauter wird. Das Sound-Design, über das Fahrer die Geräuschkulisse selbst einstellen können, solle verboten werden. Die Länder wollen zudem beschränkte Motorrad-Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen ermöglichen.

Verkehrsminister: „Wir sind noch nicht am Ziel“

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) zeigt sich zufrieden. Es sei eine wichtige Etappe beim Schutz vor Motorradlärm erreicht. „Aber wir sind noch nicht am Ziel angelangt“. „Auch, wenn Land und Kommunen alles ausschöpfen was gesetzlich möglich ist, muss deutlich mehr getan werden.“

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Die Bundesregierung um Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) muss als nächstes entscheiden, wie sie mit dem Vorschlag des Bundesrates umgehen will. Dieses Symbolbild zeigt Bundeskanzlerin Angela Merkel am 13. Mai 2020 bei der Regierungsbefragung im Bundestag.

„Rücksichtsloses Fahren muss deutlichere Folgen haben. Dafür müssen die rechtlichen Vorgaben erweitert werden. Hier sind insbesondere die Bundesebene und Europa gefragt“, sagte Herrmann.

Diskriminierung der Motorradfahrer

Der Bundesverband der Motorradfahrer (BVDM) sieht Verkehrslärm ebenfalls als Problem - fordert aber, dass bei der Problemlösung alle Fahrzeuge einbezogen werden.

„Was wir ablehnen, ist die einseitige Fokussierung beim Thema Lärm auf die Motorräder“, sagt der Vorsitzende Michael Lenzen. „Hier sehen wir ganz klar eine Diskriminierung der Motorradfahrer.“

Thema Lärm bisher vernachlässigt

Der Hagener Umweltpsychologe und Lärmwirkungsforscher Dirk Schreckenberg sieht die Bundesrats-Entschließung ebenfalls als einen Schritt in die richtige Richtung. Bislang sei das Thema zu wenig beachtet und eher vernachlässigt worden.

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Vor allem in ländlichen Gebieten wir hier in der Eifel stört man sich an Motorradfahrern, die zu viel Gas geben. Unser Symbolbild zeigt einen holländischen Motorradfahrer in der Eifel im Jahr 2017.

„Ob die Begrenzung das Problem wirklich löst, bleibe aber abzuwarten“, so Schreckenberg. 

Der Beschluss des Bundesrats geht jetzt an die Bundesregierung. Diese entscheidet, ob und wann sie die Anregung umsetzen will. Feste Fristen gibt es hierfür nicht. (dpa/mir)

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