Baerbock ändert Lebenslauf Woher kommt der Hass auf die Kanzlerkandidatin?

Baerbock korrigiert Lebenslauf

Erlebt viel Hass: Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen und Kanzlerkandidatin.

Berlin – Im Visier der Kritiker: Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat in ihrem Lebenslauf im Internet unkorrekte Angaben zu Mitgliedschaften in Organisationen präzisiert. Nun wurde eine Überschrift in ihrem Lebenslauf geändert. Doch der Hass auf Sozialen Netzwerken tobt weiter gegen sie...

  • Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock (Grüne): Hass und Hetze via Social Media an der Tagesordnung
  • Nach „FAZ"-Bericht: Baerbock präzisiert Lebenslauf
  • Überschrift lautet statt „Mitgliedschaften" nun „Beiräte, (Förder-)Mitgliedschaften, regelmäßige Unterstützung"

Sie hatte im Lebenslauf noch am Donnerstag, 3. Juni, unter anderem die Transatlantik-Stiftung German Marshall Fund und das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR aufgeführt. Inzwischen wurde die Seite geändert, die Überschrift lautet statt „Mitgliedschaften" nun „Beiräte, (Förder-)Mitgliedschaften, regelmäßige Unterstützung“.

Baerbock habe das Fellowship-Programm des Marshall Funds 2011 absolviert

Darunter wird jetzt ein Förderprogramm des German Marshall Fund genannt und die UNO-Flüchtlingshilfe als deutscher Partner des UNHCR. Beim ebenfalls bereits vorher aufgelisteten Europa/Transatlantik-Beirat der Heinrich-Böll-Stiftung wird nun vermerkt, dass Baerbock inzwischen ausgeschieden ist. Die Änderungen hat zuerst ein „FAZ“-Journalist auf Twitter öffentlich gemacht.

Ein Parteisprecher teilte am Samstag, 5. Juni, mit, Baerbock habe das Fellowship-Programm des Marshall Funds 2011 absolviert. Für die UNO-Flüchtlingshilfe spende sie seit 2013 regelmäßig. „Dieses wurde nun durch Ergänzung von Kategorien präzisiert.“ Über die Stellungnahme des Sprechers hat bereits die „Welt am Sonntag“ berichtet.

Angaben zur Ausbildung Baerbocks: Politische Wissenschaften mit Vordiplom beendet

In den Angaben zu ihrer Ausbildung verweist Baerbock inzwischen ausdrücklich darauf, dass sie ihr Studium der Politischen Wissenschaften an der Universität Hamburg lediglich mit dem Vordiplom beendet hat.

Zuvor hatte sie nur die Studienzeit von 2000 bis 2004 genannt, ohne auf den Abschluss einzugehen. Im Nebenfach hat Baerbock, die Kurzstreckenflüge kritisiert, dort Öffentliches Recht studiert. Später hat sie nach den unveränderten Angaben auf ihrer Seite an der renommierten London School of Economics den Abschluss Master of Laws erworben; eine Promotion in Völkerrecht hat sie nicht abgeschlossen.

Annalena Baerbock: Woher kommt der Hass gegen sie?

Auffällig: Seit Baerbock zur Kanzlerkandidatin gekürt worden ist, schlagen ihr insbesondere via Twitter und Facebook viel Hass und Hetze entgegen. Oftmals nutzen User die Anonymität, um die 40-Jährige unter der Gürtellinie verbal zu attackieren. Unter anderem tauchten gefälschte Nacktbilder auf (darauf war ein russisches Model zu sehen), auch nahmen frauenfeindliche Äußerungen zu. Darüber berichtete unter anderem die „TAZ“. Auch der „Spiegel“ kommentierte das Problem der diffamierenden Lügen, die gegen Baerbock kursierten und noch immer kursieren. Die Grünen gehen nach Angaben der Pressestelle allen Sachverhalten nach, die juristisch relevant sind.

Doch woher stammt dieser Hass gegen Baerbock? Warum arbeiten sich (vermutlich nicht nur rechte) Trolle an der Politikerin ab? Bei der Hetze im Netz geht es nicht um die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Wahlkampfthemen. Es geht offenbar darum, Baerbock einzuschüchtern, zu beleidigen und kleinzumachen.

Annalena Baerbock ist aktuell die Spitzenkandidatin, die auf die Nachfolge von Kanzlerin Angela Merkel spekuliert. Armin Laschet tritt für die CDU an, Olaf Scholz ist der Kandidat der SPD. Die Bundestagswahl wird am 26. September 2021 stattfinden. (dpa/dok)

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