Taliban übernimmt Kabul Videos sorgen für Entsetzen: Menschen klammern sich an Flugzeuge

Gestrandete Menschen kommen zu einem Grenzübergang an der Landesgrenze zu Afghanistan. Normalerweise überqueren täglich tausende von Afghanen und Pakistanern sowie Lkws mit Waren die Grenze nach Afghanistan. +++ dpa-Bildfunk +++

Gestrandete Menschen kommen zu einem Grenzübergang an der Landesgrenze zu Afghanistan. Normalerweise überqueren täglich tausende von Afghanen und Pakistanern sowie Lkws mit Waren die Grenze nach Afghanistan

Die Taliban haben nun auch die afghanische Hauptstadt Kabul übernommen. Die Metropole liegt nun in den Händen der Islamisten, viele Menschen versuchen zu flüchten. Vor Ort spielen sich chaotische Szenen ab.

Berlin/Kabul. Nach der Übernahme Kabuls durch die militant-islamistischen Taliban spielen sich dramatische Szenen am Flughafen der afghanischen Hauptstadt ab. Hunderte Menschen sind seit Sonntag zum Flughafen gefahren und versuchen, auf Flüge zu kommen, wie in sozialen Medien geteilte Videos und Bilder zeigen.

In der afghanischen Hauptstadt Kabul sorgen in sozialen Medien geteilte Videos für Entsetzen, die zeigen sollen, wie Menschen aus beträchtlicher Höhe von einem Militärflugzeug fallen. Es wurde gemutmaßt, dass die Menschen sich im Bereich der Flugzeugräder der Militärmaschine versteckt hatten. Diese Angaben konnten bislang nicht unabhängig verifiziert werden.

Kabul: Videos sollen von Militärflugzeug fallende Menschen zeigen

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Ein Mann, der in der Nähe des Flughafens lebt, schrieb der Deutschen Presse-Agentur auf Facebook, auf einem benachbarten Dach sei eine dieser Personen gelandet. Es habe gekracht, als habe es eine Explosion gegeben, schrieb der Mann. Er teilte Bilder und Videos der Leiche und sagte, noch drei weitere Männer seien in der Nachbarschaft gefunden worden.

Hunderte oder vielleicht auch Tausende Menschen haben sich seit Sonntag zum Flughafen aufgemacht, um nach der Übernahme Kabuls durch die militant-islamistischen Taliban aus dem Land zu kommen. Bilder in sozialen Medien zeigen, wie sie überall am zivilen Teil des Flughafengeländes stehen oder über Drehleitern klettern, um in ein Flugzeug zu gelangen.

Der afghanische Präsident Aschraf Ghani hat nach Angaben seines früheren Stellvertreters angesichts der erfolgreichen Taliban-Offensive bereits zuvor das Land verlassen. „Der frühere afghanische Präsident hat die Nation verlassen“, sagte der Vorsitzende des afghanischen Friedensrats, Abdullah Abdullah, in einem am Sonntag (15. August) auf seiner Facebook-Seite veröffentlichten Video.

Afghanistan: Warnung vor Fahrt zum Flughafen 

Es gab zudem am Sonntag erste noch unbestätigte Berichte, dass Menschen am Flughafen zu Tode gekommen seien. Davor hatte es Berichte gegeben, US-Soldaten, die den Flughafen absichern, würden Warnschüsse abgeben.

Am Montag verbreiteten sich in Kabul zudem Gerüchte, dass jeder, der es zum Flughafen schaffe, evakuiert werde, sagte ein Bewohner der Stadt. Es gibt jedoch keinerlei Hinweise, dass diese Gerüchte zutreffen. Die deutsche Botschaft warnte auf Twitter sogar davor, zum Flughafen ohne Aufforderung zu fahren. Dies könne gefährlich sein.

Die Fluglinie Emirates hat mittlerweile die Flüge nach Kabul eingestellt, wie aus einer Mitteilung auf der Website der Fluglinie von der Nacht zu Montag hervorgeht. Der Flughafen Kabul habe laut lokalen Medien eine Mitteilung herausgegeben, derzufolge keine kommerziellen Flüge mehr stattfänden. In der Mitteilung würden die Menschen aufgerufen, nicht zum Flughafen zu kommen.

Afghanistan: Präsident Ghani gibt sich geschlagen 

Der Präsident hat die militärische Niederlage gegen die radikalislamischen Taliban eingestanden. „Die Taliban haben gesiegt“, schrieb Ghani auf Facebook. Die Islamisten seien nun verantwortlich für „die Ehre, das Eigentum und die Selbsterhaltung ihrer Landsleute“. Ghani sagte er wolle nicht, dass weiter das Blut unschuldiger Menschen in Afghanistan vergossen werde.

Nur wenige Stunden nach der Flucht des afghanischen Präsidenten Aschraf Ghani haben Kämpfer der militant-islamistischen Taliban den Präsidentenpalast in der Hauptstadt Kabul eingenommen. Umgeben von Bewaffneten wandten sich Führer der Gruppe an Journalisten, wie am Sonntagabend auf Fernsehbildern zu sehen war.

Afghanistan: Taliban wollen Furcht vor Schlacht um Kabul zerstreuen

Der afghanische Innenminister Abdul Sattar Mirsakwal sagte am Sonntag, es gebe eine Vereinbarung mit den Taliban für einen friedlichen Machtwechsel. Verteidigungsminister Bismillah Chan Mohammadi erklärte in einer auf Facebook veröffentlichten Videoansprache, als Vertreter der Streitkräfte garantiere er die Sicherheit Kabuls. Die Menschen sollten nicht in Panik verfallen.

Dennoch spielten sich in Kabul am Sonntag chaotische Szenen ab. Es kam zu einer Schießerei vor einer Bank, wie ein Bewohner der Stadt sagte. Viele Menschen versuchten, ihr Erspartes abzuheben und Lebensmittel zu kaufen. Ein Soldat aus Kabul sagte, seine gesamte Einheit habe die Uniformen abgelegt.

Die Taliban versuchten, die Furcht vor einer Schlacht um Kabul zu zerstreuen. Suhail Schahin, ein Unterhändler bei den Gesprächen mit der afghanischen Regierung in Katar, erklärte der BBC: „Wir versichern den Menschen (...) in der Stadt Kabul, dass ihr Hab und Gut und ihre Leben sicher sind.“ Es werde „keine Rache an irgendjemandem“ geben. Die Taliban-Kämpfer hätten Befehl, Kabul nicht zu betreten. „Wir warten auf eine friedliche Übergabe der Macht.“ (dpa)

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