Affenpocken Diskriminierend und irreführend: WHO will Krankheit umbenennen

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus spricht bei einer Pressekonferenz.

Werden die Affenpocken umbenannt? Das Foto vom 20. Dezember 2021 zeigt WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Neuer Name für die Affenpocken? Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) möchte die Krankheit umbenennen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will den Affenpocken einen neuen Namen geben. Es gebe seit langem Bestrebungen, Krankheiten nicht mehr nach Tieren oder Regionen zu benennen.

Damit solle jeglicher Möglichkeit von Diskriminierung oder Stigmatisierung vorgebeugt werden, sagte ein WHO-Sprecher am Dienstagabend (14. Juni 2022). Zuvor hatte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf angekündigt, dass es in Kürze eine Entscheidung geben soll.

WHO möchte Affenpocken umbenennen, um Diskriminierung vorzubeugen

Der Begriff Affenpocken etwa könne auf eine Herkunft aus Afrika hindeuten, so der Sprecher. Bis Mai waren das Virus und die Krankheit, beide sollen umbenannt werden, zwar fast ausschließlich aus Afrika bekannt, aber der Name war ohnehin schon irreführend.

Das Virus wurde 1958 in Dänemark zwar erstmals bei Affen in einer Versuchsanstalt nachgewiesen. Allerdings dürfte es nach heutigen Erkenntnissen eher unter kleinen Nagetieren verbreitet sein. Die Affen gelten nur als sogenannter Fehlwirt.

Beim Auftauchen des Coronavirus Ende 2019 hat die WHO auch schnell gehandelt, um eine Verbreitung von Namen wie „Wuhan-Virus“, benannt nach der chinesischen Stadt, in der es erstmals nachgewiesen wurde, zu verhindern.

Am 11. Februar 2020 verkündete die WHO, dass das neuartige Virus Sars-CoV-2 heißt und die Krankheit, die es auslöst, Covid-19. Wie die Affenpocken zukünftig heißen könnten, ist bislang noch unklar. (dpa/gr)

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