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Abstimmung über NationalhymneRamelow hat schon neuen Text im Kopf

Bodo Ramelow (Die Linke), Bundestagsvizepräsident, will über eine neue Nationalhymne abstimmen lassen.

Bodo Ramelow (Die Linke), Bundestagsvizepräsident, will über eine neue Nationalhymne abstimmen lassen.

Thüringens Ex-Ministerpräsident Bodo Ramelow will die deutsche Nationalhymne ersetzen lassen! Der Grund: Viele Menschen, vor allem im Osten, könnten damit nichts anfangen. Einen Vorschlag für einen neuen Text hat der Linken-Politiker auch schon.

Bodo Ramelow (Linke), Vize-Präsident des Bundestags, fordert eine Abstimmung über eine neue deutsche Nationalhymne. Er kenne viele Ostdeutsche, die aus verschiedensten Gründen mit der aktuellen Hymne fremdeln, sagte er der „Rheinischen Post“ am Freitag (29. August 2025).

Sein Favorit für die Nachfolge: die „Kinderhymne“ von Bertolt Brecht! Die habe einen „wunderbaren Text“, schwärmt der frühere Ministerpräsident von Thüringen.

Brecht schrieb sein Gedicht 1950 bewusst als Gegenentwurf zum Deutschlandlied, das seiner Ansicht nach durch die Nazi-Zeit belastet ist. Ramelow glaubt, mit Brechts Zeilen könnte ein neues, gesamtdeutsches Gefühl entstehen.

„Über die Passage, dass ein besseres Deutschland blühe, könnten wir Zugang zu einer gesamtdeutschen Hymne finden, die wir alle zusammen mit Freude singen könnten“, so der Linken-Politiker. Kuriose Randnotiz: Er selbst, so Ramelow, singe die jetzige dritte Strophe mit Begeisterung.

Doch damit nicht genug! Ramelow will auch die schwarz-rot-goldene Bundesflagge zur Debatte stellen. „Viele fremdeln aber auch mit der Nationalfahne“, behauptet er. Über eine Volksabstimmung, die das Grundgesetz ermöglicht, solle das deutsche Volk selbst entscheiden.

Dieser Vorstoß ist nicht der erste. Bereits 2019 hatte Ramelow mit dem Vorschlag eine hitzige Debatte ausgelöst. Auch jetzt lässt der Protest nicht lange auf sich warten.

Sowohl von der CDU als auch von der AfD kommt heftiger Gegenwind. Die Berliner CDU-Politikerin Ottilie Klein schrieb auf der Plattform X, die Linke habe offenbar „ein Problem mit offenem Antisemitismus in den eigenen Reihen, sondern auch mit Einigkeit und Recht und Freiheit“.

Noch schärfer äußerte sich die AfD. Frank Grobe, AfD-Abgeordneter im Hessischen Landtag, beschimpfte Ramelow als „Anti-Deutsche Type“. Und die frühere AfD-Chefin Frauke Petry kommentierte auf X wütend: „Keine Volksabstimmung zum Euro, keine zur Energiewende, keine zur illegalen Massenmigration (...) aber jetzt eine zur Flaggenänderung??? Habt Ihr sie noch alle in Berlin?“ (red)