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Zoff um den GeschichtsunterrichtSenatorin macht komplette Kehrtwende

Gruppenporträt von Kai Wegner, Katharina Günther-Wünsch und Franziska Giffey

Günther-Wünsch präzisiert Lehrplan, DDR-Geschichte bleibt Pflicht (Symbolbild).

Zoff in Berlin: DDR-Geschichte doch weiter Pflicht!

Rolle rückwärts in Berlin! Nach einer Riesen-Debatte um den Geschichtsunterricht hat Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) einen kompletten Rückzieher gemacht. Für alle, die ihr Abi machen, bleiben die DDR, die deutsche Teilung und der Mauerfall auch weiterhin Pflichtprogramm im Stundenplan. Am Freitag ließ ein Sprecher der Bildungsverwaltung verlauten, dass die Hauptstadt als früher geteilte Metropole eine ganz besondere Verbindung zu diesen historischen Ereignissen habe. Das Unterrichten dieser Zusammenhänge sei ein Kernstück des Schulunterrichts und finde auch im überarbeiteten Rahmenlehrplan seinen Platz.

Der ganze Wirbel entzündete sich an einer neuen Regelung, die für riesigen Unmut gesorgt hatte. Laut dieser hätten sich die Abiturienten in spe nicht mehr obligatorisch mit der Teilung Deutschlands befassen müssen. Dagegen machten der Geschichtslehrerverband und die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur mobil. Sie nannten den Beschluss in einem öffentlichen Schreiben einen „schwerwiegenden Fehler“. Der Plan war, dass das Fach Geschichte im dritten und vierten Semester der Oberstufe nicht mehr für jeden Pflicht sein sollte. Und das ausgerechnet in dem Zeitraum, in dem es um die „Zeitgeschichte ab 1945“ geht. Das berichtet „DER SPIEGEL“.

Die Senatorin knickte nun nach dem massiven Gegenwind aus der Öffentlichkeit und einem Austausch mit der Chefin des Berliner Geschichtslehrer-Landesverbands ein. Es wurde von der Bildungsbehörde verkündet, dass eine Einigung über eine neue Vorschrift erzielt wurde. Die Bestimmung lautet jetzt: „dass alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend die Kurshalbjahre Q2 (Weimarer Republik und Nationalsozialismus) sowie Q3 (Welt nach 1945) belegen“. So wird die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte nach dem Krieg wieder für jeden zur Pflicht.

Was heißt das genau? Im ersten Oberstufenjahr werden die Inhalte der Semester Q2 und Q3 durchgenommen. Die Themen aus Q1 (Umbrüche und Revolutionen) und Q4 (Erinnern und Gedenken) sind dann im zweiten Jahr dran. Die DDR und der Mauerfall waren zwar schon immer ein Muss in der Mittelstufe, aber den Lehrern war das zu wenig. In ihrem Schreiben bemängelten sie, dass die Auseinandersetzung mit der DDR-Vergangenheit dort häufig „zeitlich stark begrenzt ist und vielfach verkürzt stattfindet“. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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