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Wohn-Krise in AmerikaFür Tausende ist das Hotelzimmer das einzige Zuhause

Georgische Flagge auf rissiger Wand

Georgische Flagge auf rissiger Wand.

Was als Provisorium beginnt, endet für viele in einer ausweglosen Finanzfalle.

Ein Schock in den Vereinigten Staaten! Im Bundesstaat Georgia stranden unzählige Familien in Langzeit-Hotels, weil sie sich eine normale Wohnung nicht mehr leisten können. Das Schicksal von Großmutter Arilya Romero ist nur ein Beispiel von vielen. Was als vorübergehende Bleibe geplant war, entpuppt sich als finanzieller Albtraum ohne Entkommen.

Die Fakten sind dramatisch: Eine Untersuchung der Georgia State University zeigt, dass allein in DeKalb County über 4600 Personen, davon 1635 Kinder, in diesen Unterkünften festsitzen. Wahnsinnige 77 Prozent des Geldes, das eine Familie verdient, gehen im Durchschnitt für ein einziges Hotelzimmer drauf. Da bleibt nichts mehr übrig, um für eine Mietkaution zu sparen. Das berichtet „FOCUS online“.

Die Studie mit dem Titel „Measuring What’s Been Missed“ legt die ganze Tragödie offen: Erschütternde 45 Prozent der dort lebenden Menschen sind schon mindestens ein Jahr im Hotel. Über 16 Prozent sind dort sogar schon über fünf Jahre gestrandet! Und das Verrückte ist: Drei Viertel der Bewohner gehen einer Arbeit nach, aber ihr Verdienst ist einfach zu gering. An den hohen Anforderungen der Vermieter oder den geforderten Kautionen beißen sie sich die Zähne aus.

Die Situationen in Georgia und Texas zeigen schonungslos, wie schnell es gehen kann: Das Geldpolster vieler Familien ist hauchdünn. Ein einziger Rückschlag – der Job ist weg, eine Krankheit kommt dazwischen oder die Miete wird erhöht – katapultiert die Leute in diese kostspieligen Notunterkünfte. Und solange der Weg in eine normale Wohnung durch unbezahlbare Kautionen, strenge Bonitätsprüfungen und explodierende Mietpreise versperrt ist, bleibt ihnen oft nur das Hotel als letzter Ausweg.

Eigentlich sind solche Langzeit-Unterkünfte und Serviced Apartments für ganz andere Zwecke gedacht: Sie können praktisch sein für ein paar Wochen oder Monate, zum Beispiel bei einem Job auf Zeit oder während man umzieht. Schließlich ist alles möbliert und Dienste wie Putzen, Wäscheservice und WLAN sind oft inklusive. Der gewaltige Nachteil, so das Fachportal „Hotelier“, ist der Preis: Sie kosten ein Vielfaches von normalen Wohnungen. Das rechnet sich eigentlich nur, wenn die Firma zahlt oder der Aufenthalt von vornherein kurz ist. Wer aber ohne eigenes Zutun dort festsitzt, steckt in einer bösen Falle und muss sich mit teuren Tages- oder Wochenpreisen herumschlagen, ohne Aussicht auf ein richtiges Zuhause. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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