WHO mit dringender Warnung Winter für Millionen Menschen in der Ukraine „lebensbedrohlich“

Aufgrund der russischen Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur wird der Winter für Millionen von Ukrainerinnen und Ukrainern „lebensbedrohlich“ sein, warnt die WHO.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist angesichts der russischen Angriffe auf das ukrainische Stromnetz wegen des bevorstehenden Winters in großer Sorge. „Dieser Winter wird für Millionen von Menschen in der Ukraine lebensbedrohlich sein“, sagte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge, am Montag (21. November 2022) vor Journalisten in der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw. „Einfach ausgedrückt: In diesem Winter wird es ums Überleben gehen.“

Die Schäden an der ukrainischen Energieinfrastruktur, die durch die zahlreichen Raketenangriffe verursacht wurden, hätten bereits schwere Auswirkungen auf das Gesundheitssystem und die Gesundheit der Bevölkerung, sagte Kluge.

WHO: „Klarer Verstoß“ gegen das humanitäre Völkerrecht

Die WHO habe seit Beginn der russischen Invasion im Februar auch bereits mehr als 700 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen in der Ukraine registriert. Dies sei ein „klarer Verstoß“ gegen das humanitäre Völkerrecht.

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„Anhaltende Angriffe auf die Gesundheits- und Energieinfrastruktur bedeuten, dass Hunderte von Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen nicht mehr voll funktionsfähig sind“, sagte Kluge. „Wir erwarten, dass zwei bis drei Millionen weitere Menschen ihre Häuser auf der Suche nach Wärme und Sicherheit verlassen werden“, warnte er.

Diese Menschen würden dann „mit besonderen gesundheitlichen Herausforderungen“ konfrontiert sein, darunter Atemwegsinfektionen wie Covid-19, Lungenentzündung und Grippe, sagte Kluge. Auch die „ernste Gefahr von Diphtherie und Masern in der nicht ausreichend geimpften Bevölkerung“ drohe.

Die gezielten russischen Angriffe auf Infrastruktur in der Ukraine haben dazu geführt, dass Millionen Menschen dort von der Stromversorgung abgeschnitten wurden. Am Donnerstag (17. November) hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ihre Zahl auf zehn Millionen beziffert. (afp)

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