„Wir sind allein. Unser Ende ist nahe“ Waldbrände außer Kontrolle, Lage auf Insel spitzt sich zu

Die zweitgrößte, stark bewaldete griechische Insel Euböa (hier am 6. August) erstickt unter einer einzigen Rauchwolke aus zahllosen Brandherden.

Die zweitgrößte, stark bewaldete griechische Insel Euböa (hier am 6. August) erstickt unter einer einzigen Rauchwolke aus zahllosen Brandherden.

Die Waldbrände in Südeuropa greifen weiter um sich. Auch die griechische Insel Euböa ist schwer betroffen. Die Lage spitzt sich zu.

Euböa. Das Ausmaß der Waldbrände in Südeuropa nimmt immer schlimmere Dimensionen an. In vielen Orten Griechenlands, der Türkei und in Italien sind die Feuersbrünste noch immer außer Kontrolle. Die Lage auf der griechischen Insel Euböa spitzt sich dramatisch zu.

Lage auf griechischer Insel Euböa katastrophal: „Unser Ende ist nahe“

Die Hoffnung auf der zweitgrößten griechischen Insel Euböa sinkt. Die Lage sei „katastrophal“, sagte Giannis Kotzias, Bürgermeister der kleinen Hafenstadt Istiaia, dem Nachrichtensender Skai. „Wir sind allein. Unser Ende ist nahe.“

In der Stadt herrscht Ausnahmezustand. In weiten Teilen gibt es keinen Strom mehr, eine Ortschaft nach der anderen muss aufgegeben und evakuiert werden. Rund 2000 Menschen konnten mit Schiffen in Sicherheit gebracht werden.

Gouves: Anwohner stehen auf einem Hügel, während sich dem Dorf Gouves auf der Insel Euböa, etwa 185 Kilometer nördlich von Athen, Flammen nähern.

Gouves am 8. August: Anwohner stehen auf einem Hügel, während sich dem Dorf Gouves auf der Insel Euböa, etwa 185 Kilometer nördlich von Athen, Flammen nähern.

Unterdessen kämpfen rund 600 Feuerwehrleute und zahllose Bürger unermüdlich gegen die Flammen. Es ist der sechste Tag in Folge, an dem sich das Feuer durch das bewaldete Eiland frisst.

Verbitterung bei dem Menschen auf Euböa wegen ausbleibenden Lufteinsätzen

Die Verbitterung bei den Menschen auf der Insel ist groß. „Man hat uns brennen lassen“, sagte ein Mann im griechischen Fernsehen.

Die Löscharbeiten in Griechenland aus der Luft hatten sich in den vergangenen Tagen auf den Norden Athens konzentriert. Erst am Sonntag (8. August) wurden erstmals massive Lufteinsätze gegen die Feuersbrunst geflogen.

Die Einsatzkräfte rechtfertigten den Fokus auf den Norden Athens. Man habe keine andere Wahl gehabt. „Wir konnten nicht überall sein. Man muss sich nur vorstellen, die Flammen im Norden Athens hätten sich auf dicht besiedeltes Gebiet ausgeweitet“, sagte ein Feuerwehrmann.

Sorge in Süditalien groß: Klammergriff verheerender Brände

Auch in Süditalien sind die Sorgen groß. „Ein weiteres Mal befinden sich die geschützten Naturareale im Klammergriff verheerender Brände“, erklärte der Präsident des Verbands für Parks und Naturreservate Federparchi, Giampiero Sammuri.

Betroffen seien der Aspromonte Nationalpark im süditalienischen Kalabrien und der Parco delle Madonie östlich der sizilianischen Hauptstadt Palermo. Federparchi forderte, das Überwachungs- und Brandschutzsystem zu verbessern.

Mindestens zehn Brände in der Türkei noch immer nicht unter Kontrolle

Die Türkei kämpft schon den zwölften Tag in Folge gegen die schwersten Waldbrände seit mehr als zehn Jahren. Mindestens sechs Brände waren am Sonntag nach offiziellen Angaben noch nicht unter Kontrolle. Die Einsatzkräfte konzentrierten sich vor allem auf die südwesttürkische Provinz Mugla.

Dort brach am Sonntagnachmittag der Nachrichtenagentur Anadolu zufolge ein weiteres Feuer in der Nähe des internationalen Flughafens Dalaman aus. Von einer Beeinträchtigung des Reiseverkehrs war zunächst nichts bekannt. (jv/dpa)

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