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Peinliche Panne Jetzt ist klar, wer „Verschissmuss“-Fehler auf Trauerkranz verursachte

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Auf der Schleife eines Kranzes, den die SPD anlässlich des Volkstrauertages in Auftrag gegeben hatte, befand sich ein peinlicher Rechtschreibfehler. Unser Symbolbild wurde 2016 in Hamburg aufgenommen.

Mülheim an der Ruhr – Nun ist klar, wie der peinliche Fehler auf die Trauerschleife der SPD kam!

Blamage für die SPD-Ratsfraktion in Mülheim an der Ruhr in NRW: Am Samstag hatte die Beschriftung der Trauerschleife der Fraktion bei einer Kranzniederlegung zum Volkstrauertag einen peinlichen Rechtschreibfehler aufgewiesen. 

Die Beschriftung lautete „Den Opfern von Krieg und Verschissmuss“ anstatt „Den Opfern von Krieg und Faschismus“, wie ein Sprecher am Sonntag bestätigte. Autsch!

Floristin für peinlichen Fehler auf Trauerschleife verantwortlich

Unklar war, ob es sich bei dem Fehler um eine peinliche Panne oder doch um eine mutmaßliche Straftat handeln könnte. Die Polizei ermittelt nun in dem Fall. Die SPD hatte bereits am Wochenende einen Anwalt eingeschaltet.

Inzwischen ist aber offenbar klar, wie der Fehler auf den Blumenkranz kam!

Nach „Bild”-Informationen hatte die SPD-Fraktion im Vorfeld einen Blumenladen beauftragt, den Blumenkranz zusammenzustellen. Der Text, der auf der Trauerschleife stehen sollte, wurde der Floristin telefonisch mitgeteilt.

Verschissmuss-Panne: Inhaber der Schleifen-Druckerei bezieht Stellung

Diese schrieb per Hand auf, was sie hörte, und schicke den Auftrag per Fax an eine Schleifen-Druckerei. Das bestätigte Heinz Hartmann (57), Geschäftsführer der Stube, im Gespräch mit der Zeitung.

Auch Heinz-Jürgen Jahnke (70), Inhaber der dann beauftragten Schleifen-Druckerei, erklärte: „Wir haben am 12. November den Auftrag per Fax bekommen. Alles war klar und deutlich geschrieben und leserlich. Ich drucke das, was der Kunde uns per Fax zuschickt.”

Eine inhaltliche Kontrolle des Textes sei demnach weder vorgesehen noch machbar.

Blumenladen brachte Kranz im Auftrag der SPD zum Mahnmal 

Jahnke verteidigt sich: „Wir drucken manchmal auch arabische, italienische und polnische Schriften. Wie soll ich da kontrollieren, ob das alles so gewollt ist?”

Der Druckerei-Besitzer betonte außerdem, dass die Floristin bei der Übergabe der Schleife nichts bemängelt habe.

So ging es dann weiter: Der Blumenladen brachte den Kranz im Auftrag der SPD zum Mahnmal – niemand las vorher noch einmal Korrektur.

Als den Genossen der Fauxpas auffiel, war es dann schon zu spät...

Nach Verschissmuss-Panne: Floristin hat in Blumenladen gekündigt

Die verantwortliche Blumenverkäuferin schämt sich offenbar gewaltig, hat im Blumenladen gekündigt – für den Betreiber, der „ohne sie den Laden dichtmachen kann”, eine Katastrophe.

Sowohl Druckerei als auch Blumengeschäft betonen, weder mit Rechts- noch mit Linksextremismus etwas am Hut zu haben. Schleifen-Drucker Jahnke bemängelt im Gespräch mit „Bild” auch die Arbeit der SPD: „Sie hätten der armen Floristin den Text einfach rüberfaxen sollen. Dann wäre es nie so weit gekommen.”

Wie hatte die SPD auf den Rechtschreibfehler bei dem offiziellen Anlass reagiert?

Nachdem der peinliche Fehler auf der Trauerschleife bekannt wurde, kam offenbar eine Schere zum Einsatz: Die Schleife wurde abgeschnitten. Und zwar von SPD-Ratsherr André Kasberger.

„Verschissmuss“ statt Faschismus: Sabotage gegen SPD Mülheim?

Die SPD ging anschließend mit einem Juristen dem Verdacht nach, ob es sich um einen gezielten Sabotageakt handele, sagte Rodion Bakum, Mitglied im SPD-Fraktionsvorstand. Zuerst hatten „Rheinische Post“ und „WAZ“ online berichtet.

Das Thema war am Sonntag auch in verschiedenen sozialen Medien hochgekocht. Die SPD-Fraktion hatte sich auf ihrer Facebook-Seite für den Vorfall „ungeachtet der möglichen Ursachen“ entschuldigt. Außerdem distanzierte man sich „auf das Schärfste von der Geschmacklosigkeit“ bei Facebook. Zum Posting gehörte auch ein Bild des Kranzes mit der Schleife, die die peinliche Aufschrift trug.

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Bakum ging davon aus, dass es sich nicht um ein einfaches Versehen handeln könne. Er vermutete, dass mit der Aktion dem Ansehen der SPD geschadet werden sollte...

Der Text auf der Trauerschleife der SPD-Ratsfraktion sei jedes Jahr derselbe und vom Fraktionsbüro an die zuständige Gärtnerei in korrekter Schreibweise übermittelt worden. Diese habe in diesem Jahr allerdings erstmals eine neue Schleifendruckerei in Essen beauftragt.

„Verschissmuss“ statt Faschismus: Verwechslung der Buchstaben in Druckerei

Nun werde geprüft, ob der Fehler dort entstanden und womöglich bewusst herbeigeführt worden sei. In der Druckerei hatte man zunächst eine Verwechslung der Anfangsbuchstaben F und V eingeräumt, weil das Bestellungsfax unleserlich gewesen sei. „Das erklärt aber noch nicht, wie das gesamte Wort so stark abgeändert werden konnte“, sagte Bakum weiter.

Ratsherr Kasberger spekulierte indes darüber, dass der Gebrauch von „zweimaligem Doppel-s“ eine Bedeutung haben könne. (dpa/ta)