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„Vögel sollen dich totpicken“Morddrohung gegen Wal-Retterin eskaliert

Buckelwal mit erkrankter Haut im Wasser

Copyright: IMAGO / Susanne Hübner

Buckelwal mit erkrankter Haut im Wasser.

Aktualisiert:

Drama um Ostsee-Wal: Eine Helferin erhält krasse Morddrohung.

Die Geschichte des in der Ostsee gestrandeten Buckelwals sorgt für große Emotionen. Aber der Einsatz für das Tier endete für eine ehrenamtliche Helferin in einem wahren Horror. Eine schockierende Todesdrohung ging bei ihr ein, weil Vögel auf dem Wal saßen und an seiner Haut pickten.

Der Anruf erreichte die Frau am Montag bei ihrer Arbeitsstelle, einer Forschungsinstitution. Am Telefon fragte eine Frau, weshalb man die Vögel nicht vertreibe. Die Helferin, eine Walforscherin mit mehr als 20 Jahren Erfahrung, erläuterte die Situation, woraufhin die unfassbaren Worte fielen: „Sie wünscht sich, dass wir genauso wie der Wal leiden und uns die Vögel bei lebendigem Leib totpicken sollen.“

Zoff unter Helfern eskaliert im Netz

Als die Forscherin das als Drohung bezeichnete, behauptete die Anruferin, es handle sich lediglich um eine „Meinungsäußerung“. Das berichtet „FOCUS online“.

Aber wie konnte die Situation derart außer Kontrolle geraten? Die Frau, die die Drohung erhielt, sieht die Ursache in einem öffentlichen Konflikt zwischen den Rettungskräften. Im Mittelpunkt steht dabei der Taucher und Social-Media-Star Robert Marc Lehmann. Er war bei der anfänglichen Rettungsaktion am Timmendorfer Strand dabei und gab danach an, man hätte ihn von zukünftigen Missionen ferngehalten – eine Behauptung, die jedoch von anderen Beteiligten und sogar von Politikern zurückgewiesen wurde.

Lehmann nutzte seine Social-Media-Präsenz mit hunderttausenden Followern, um gegen seine früheren Kollegen zu wettern. Während die anderen dem Tier eine Erholungspause geben wollten, verlangte der Biologe via Instagram: „Liebe Experten, ab in die Neoprenanzüge, seid für den Wal da!“ Die bedrohte Forscherin hält dieses Verhalten für nicht hinnehmbar. Ihre Anschuldigung: Er habe bewusst bestimmte Menschen und Einrichtungen attackiert, um deren Arbeit schlechtzumachen. Ob der Drohanruf wirklich von einem seiner Anhänger kam, lässt sich nicht klären.

Das ist anscheinend kein Einzelfall. Die „Bild“ meldete am Donnerstag, dass auch Till Backaus, der Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, eine Todesdrohung via E-Mail bekommen haben soll. Ein Ministeriumssprecher teilte mit, dass man derartige Vorfälle juristisch prüfen und ahnden werde.

Ein weiterer Beteiligter, der selbst keine Drohungen erhielt, berichtet von dem gewaltigen Druck durch die Medien, unter dem die Ehrenamtlichen standen. Er äußert eine deutliche Warnung bezüglich der Konsequenzen der „erheblichen öffentlichen Kritik“: „Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, besteht die Gefahr, dass künftig immer weniger Menschen bereit sind, in solchen Situationen Verantwortung zu übernehmen und praktisch zu helfen.“ (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Eine Drohnenaufnahme herausgegeben von Greenpeace zeigt den Buckelwal in der Wismarbucht.

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