Ein Petrijünger zieht einen kapitalen Brocken an Land, aber niemand kann sagen, was da zappelt. Ein absolutes Mysterium.
Seltener FangFischer zieht unbekannten Fisch aus dem Wasser und schreibt Geschichte

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Ein Marmorkarpfen unter Wasser.
Mikael Lindholm aus Loviisa in Finnland ist seit vier Jahrzehnten im Geschäft. Aber das hier? Das hat er noch nicht gesehen. Vergangenes Jahr schlug seine Lachsfalle Alarm – er dachte, alles wie immer. Aber dann zappelte ein riesiger Brocken im Netz. Ein Fisch, der ihn und seine Kollegen komplett ratlos zurückließ.
„Was zum Teufel ist das für ein Fisch?“, schilderte Lindholm seine erste Reaktion gegenüber dem finnischen Sender „Yle“. Keiner konnte das Tier bestimmen, ein paar Kollegen dachten an einen Silberkarpfen. Der 7,15 Kilogramm schwere Fang landete schließlich im finnischen Naturkundemuseum. Dort machten die Experten die Sensation perfekt: Es ist ein Marmorkarpfen (Hypophthalmichthys nobilis) – eine Spezies, die in Finnland bis dahin nie dokumentiert wurde. Das berichtet „FOCUS online“.
Rätsel um Herkunft: Wie kam der Fisch in den Norden?
Aber wie kam der Fisch, der ursprünglich aus China stammt, nur so weit in den Norden? Der Marmorkarpfen ist zwar in Osteuropa als Zuchtfisch bekannt, aber der Weg bis nach Finnland ist extrem lang. „Ich glaube, er muss mit einem Schiff gekommen sein, denn so weit können sie nicht schwimmen“, erklärt Lindholm seine persönliche Theorie zu diesem geheimnisvollen Fund.
Dieser Glücksgriff verschaffte dem erfahrenen Petrijünger sogar einen Eintrag in die Annalen der Fischerei. Vom finnischen Record Fish Comitee wurde der Marmorkarpfen als der „84. Rekordfisch“ des Landes eingestuft. Für Lindholm ein „großartiges Gefühl“, wie er sagt.
Der Marmorkarpfen wird der Gruppe der Neobiota zugeordnet. Forscher bezeichnen damit Tierarten, die durch den Einfluss des Menschen in fremde Lebensräume kommen. Laut dem „Umweltbundesamt“ geschieht dies häufig mittels Aquakultur oder dem internationalen Schiffsverkehr. Einige Spezies können sich permanent etablieren. Andere, und dazu zählt wohl auch dieser Marmorkarpfen, sind nur auf der Durchreise, weil die Bedingungen für die Vermehrung oft nicht optimal sind. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

