Ukraine-Krieg Was passiert auf Flucht Haustieren? Tierschützer alarmiert – „bittere Wahrheit“

Zwei kleine Hunde in einem Tierhilfecamp an der Grenze zur Ukraine.

In einem Tierhilfecamp an der ukrainischen Grenze werden die Tiere mit Futter, Wasser und Wärmedecken versorgt. Foto vom 13. März 2022.

Tausende Menschen flüchten derzeit aus der Ukraine nach Deutschland. In ihrem spärlichen Gepäck haben sie teilweise auch Haustiere. Doch eine Unterbringung der Tiere in Deutschland ist schwierig.

Der Krieg in der Ukraine fordert immer mehr Opfer. Zehntausende Menschen sind auf der Flucht, viele Unschuldige verloren bereits ihr Leben. Leidtragende sind unter anderem auch die Tiere. Einige Ukrainer und Ukrainerinnen müssen ihre Haustiere zurücklassen, wenn sie ihre Heimat verlassen. Denn eine Flucht mit Tier ist kompliziert.

„Man muss leider davon ausgehen, dass in manchen Regionen Tiere aufgrund der akuten Kriegssituation freigelassen wurden, wenn sie nicht mitgenommen werden konnten oder wenn die Menschen Angst hatten, dass sie mit Tier nicht in die Züge, in die Busse oder über die Grenze kommen“, erklärt der Deutsche Tierschutzbund. Unklar ist, um wie viele Tiere es sich insgesamt handelt.

Krieg: Zahlreiche Tierschützer sind in der Ukraine aktiv

Zwar setzen sich in der Ukraine zahlreiche Tierschützer dafür ein, solche Tiere über die Grenze nach Polen zu schaffen und damit in Sicherheit zu bringen - vereinzelt mit Erfolg. Da der Krieg sich mittlerweile immer weiter nach Westen ausbreitet, sind diese Einsätze jedoch zunehmend mit einem erhöhten Risiko verbunden. „Die bittere Wahrheit ist, dass man nicht allen Menschen und Tieren helfen kann“, macht der Tierschutzbund deutlich.

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Ein Zelt steht in einem Tierhilfecamp an der ukrainischen Grenze.

Im Tierhilfecamp können Geflüchtete mit Tieren vorübergehend unterkommen. Foto vom 11. März 2022.

„Unser Einsatz konzentriert sich daher auf die Grenze, wo wir gemeinsam mit dem Bundesverband Gemeinschaft Deutscher Tierrettungsdienste ein Tierhilfecamp als erste Anlaufstelle für Geflüchtete mit Tieren errichtet haben.“ Die Einreise nach Deutschland wurde für Flüchtende mit Tieren bereits erleichtert. „Da die Ukraine ein nicht gelistetes Drittland ist, gelten normalerweise recht strenge Vorgaben für die Einfuhr“, erklärt der Tierschutzbund. „Aktuell können die Geflüchteten ihre Tiere aber auch ohne die entsprechenden Papiere und Nachweise einführen.“

Problematisch ist allerdings die Unterbringung. In Unterkünften für Geflüchtete sind Tiere in der Regel nicht erlaubt. Die Notlösung wäre eine Unterbringung der Tiere im Tierheim. Doch der Deutsche Tierschutzbund warnt: „Die Tierheime würden vor kaum leistbare Herausforderungen gestellt, wenn sie Tiere ukrainischer Menschen aufnehmen müssen.“

Daher plädiert die Organisation dafür, dass Haustiere auch in Unterkünften für Geflüchtete zugelassen werden. „Weil eine Trennung eine zusätzliche Belastung für Mensch und Tier darstellt, ist dies aus unserer Sicht auf jeden Fall zu vermeiden.“

Bundesinnenministerium äußert sich zur Unterbringung von Geflüchteten mit Tieren

Mittlerweile äußerte sich auch das Bundesinnenministerium zur Unterbringung von Geflüchteten mit Haustieren. In einem Schreiben an den Deutschen Tierschutzbund machte das Ministerium deutlich, dass man Länder und Kommunen darauf hinweisen wolle, Geflüchtete und ihre Tiere möglichst miteinander unterzubringen.

„Wir sind uns bewusst, dass es für die durch die brutalen, menschenbedrohenden Angriffe traumatisierten Menschen wichtig ist, dass ihre Haustiere bei ihnen sind. Nachdem sie bereits ihre Heimat und auch häufig Angehörige zurücklassen mussten, ist es für sie von besonderer Bedeutung, dass ihre Haustiere bei ihnen sind“, heißt es in dem Schreiben. Der Deutsche Tierschutzbund hoffe nun, dass auf diese Aussagen auch Taten folgen. (ls)

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