16 Millionen Euro besitzt eine Familie, doch sie möchte das Geld nicht behalten.
Geld macht nicht glücklichSchweizer Familie verschenkt 16-Millionen-Erbe

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Geldnoten: Schweizer Franken, Euro und Zloty
Ein kaum zu glaubender Entschluss kommt aus der Schweiz: Ihr komplettes Vermögen in Höhe von 15 Millionen Franken (entspricht circa 16 Millionen Euro) möchte eine Familie spenden. Die Motivation dahinter ist ebenso einfach wie emotional. Gegenüber der Schweizer Zeitung „Blick“ gab die Mutter zu: „Mir hat dieses Geld immer Unbehagen bereitet“.
Die heute 64-jährige Frau, von Beruf Pflegefachkraft, stammt aus einer bäuerlichen Familie und hatte neun Geschwister, sie lebten in bescheidenen Verhältnissen. Ihre Herkunft hat ihre Einstellung zu Wohlstand stark beeinflusst. Sie erinnert sich: „Wenn am Sonntag die Reichen mit ihren Sportwagen rumkurvten, rümpften wir die Nase“. Die Vorstellung von den „Bonzen“, ein von ihr genutzter Begriff, prägt sie bis heute. Der Reichtum, den ihr Gatte mit in die Ehe brachte, passte aus ihrer Perspektive daher nie wirklich zu ihnen. Das berichtet „t-online“.
„Die Summe hat mich umgehauen“
Das Vermögen erbte ihr Gatte, ein Architekt, als sein Vater verstarb. Er berichtete, dass er selbst trotz des Reichtums ziemlich normal aufgewachsen sei. Es gab zwar ein geräumiges Haus und eine Nanny, aber sein Vater trug immer die gleichen Sachen und die Ferien unterschieden sich nicht von denen seiner Mitschüler. Die Erbschaft legte er deshalb nur auf ein Bankkonto und fasste sie so gut wie nicht an.
Jetzt kommt's: Von dem gewaltigen Vermögen wussten die zwei Kinder des Paares erst, als sie bereits junge Erwachsene waren. „Die Summe hat mich umgehauen“, so die 29 Jahre alte Tochter im Interview. Die Familie hat zwar ein gut gelegenes Haus im Osten der Schweiz sowie eine Ferienimmobilie im Wallis und ermöglichte den Kindern längere Reisen ins Ausland, aber ein Leben im Protz und Prunk kam für sie nicht infrage.
Klimakrise als Auslöser für die Entscheidung
Die Entscheidung, das Geld zu spenden, fiel vor etwa drei Jahren. Schon seit Längerem hatte die Familie das Bedürfnis, mit dem Reichtum etwas Sinnvolles zu bewirken. Die Mutter brachte den Stein ins Rollen, ihre Tochter zog später mit. „Als mir während meines Studiums das ganze Ausmaß der Klima- und Biodiversitätskrise bewusst wurde, fand ich, dass wir nicht mehr warten können. Wir müssen etwas tun“, erklärte die 29-jährige, die als Umweltwissenschaftlerin tätig ist.
Der 31 Jahre alte Bruder stimmt dieser Einstellung zu, war zu Beginn jedoch noch unschlüssig. Er hatte Bedenken: „Was, wenn irgendetwas passiert? Ein Unfall? Eine Krankheit?“, überlegte er. Damit am Ende ein Entschluss steht, hinter dem alle stehen können, ließ sich die Familie über ein Jahr von einem Coach begleiten. Ihre Pläne hielten sie dabei größtenteils geheim. „Ich möchte nicht überall diejenige sein, die auf ihre Millionen verzichtet“, erklärt die Tochter den Wunsch nach Anonymität.
Ein Anfang ist schon gemacht: Bis zum Jahresende 2026 gehen circa 1,5 Millionen Franken an eine Stiftung in der Schweiz, die sich für Klimaschutzprojekte einsetzt. Zusätzliche Spenden sind in Planung. Behalten möchte die Familie die Immobilien und ausreichend finanzielle Mittel für die Rente der Eltern sowie die berufliche Entwicklung ihrer Kinder. Davon abgesehen möchten sie „möglichst das ganze Vermögen versetzen“. Die Tochter bringt es auf den Punkt: „Das Einzige, auf das wir verzichten, ist die Möglichkeit auf ein Luxusleben, das ich angesichts der Weltlage als komplett daneben empfinden würde“. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
