Die bittere Realität nach dem geplatzten Traum: Nur 64 Euro sind noch da.
Dorf-Kneipe am EndeMutter und Sohn mit Schuldenberg von halber Million

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Richterhammer und Mikrofon auf dunklem Holz – Symbolbild für Justiz und Medien.
Was für eine Tragödie in einem italienischen Dorf! Der Traum vom eigenen Lokal wurde für eine 70 Jahre alte Frau und ihren 51-jährigen Sohn zum finanziellen Fiasko. Ihr Geschäft in Montecalvo in Foglia ging den Bach runter, jetzt blicken sie auf die Scherben ihres Lebens. Nach dem Aus für die Bar waren auf ihrem Konto unfassbare 64,12 Euro. Dem steht eine riesige Schuldensumme von über 518.000 Euro gegenüber.
Die Verbindlichkeiten sind gigantisch: Auf die Mutter entfallen circa 256.000 Euro, beim Sohn sind es ungefähr 262.000 Euro. Selbst nachdem die Kneipe 2013 dichtmachte, mussten die Darlehen für eine Renovierung von 2009 und den Erwerb eines Hauses 2012 weiter bedient werden. Eine Rückzahlung ist völlig utopisch bei einer Pension von rund 1000 Euro und einem Lohn von etwa 1800 Euro, von dem schon ein Teil weggepfändet wird. Die monatlichen Kosten der Familie werden auf circa 2700 Euro beziffert. Die Zahlungsunfähigkeit wurde jetzt von einem Gericht in Urbino bestätigt, das ein Verfahren zur Privatinsolvenz einleitete. Das berichtet „FOCUS online“.
Wirklich außergewöhnlich an diesem Urteil ist die Argumentation des Richters. Für ihn liegt der Grund für das finanzielle Debakel eindeutig im Niedergang des Ortes. Weil immer mehr Menschen wegzogen, blieben in der kleinen Kneipe die Gäste aus. Die Umsätze brachen derart ein, dass die Familie keinerlei Aussicht mehr hatte, ihre Schulden jemals zu begleichen. Ihr Heim ist schon unter den Hammer gekommen, jetzt sollen auch der gebrauchte Nissan sowie eine Lebensversicherung zu Geld gemacht werden.
So ein trauriges Ende ist leider keine Seltenheit. Der Überlebenskampf für Geschäfte auf dem Land wird auch in Deutschland immer schwieriger. Die dramatische Situation verdeutlicht ein Fall aus Fahrenhorst in Niedersachsen: Ein frisch eröffneter Dorfladen musste dort schon nach zwei Monaten wieder dichtmachen. Als Ursache wurde genannt, dass wochentags „manchmal nur fünf bis sechs Leute“ den Weg dorthin fanden. Das bescherte dem Inhaber monatlich einen Verlust, der „fast im fünfstelligen Bereich“ lag. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
