Völlig am Ende: Ein junges Mädchen findet den Weg zurück ins Leben.
Schülerin am EndeWie Leistungsdruck Hannah in den Burnout trieb

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Schüler zeigt auf schlafende Klassenkameradin am Tisch.
Völlig entkräftet lag Hannah als Jugendliche am Boden – das war ihr persönlicher Tiefpunkt. „Ich konnte nicht mehr. Jede kleine Sache war eine große Herausforderung“, berichtet sie dem Bayerischen Rundfunk in einem Gespräch. Was man oft nur mit überarbeiteten Erwachsenen in Verbindung bringt, traf die Schülerin mit voller Wucht: eine Phase kompletter Auszehrung, die von Depressionen und Panikattacken geprägt war.
Die Abwärtsspirale entwickelte sich langsam. Als Vorzeigeschülerin war Hannah ambitioniert und strebte stets nach Top-Noten. Aber die Belastung nahm zu, besonders die, die sie sich selbst machte. Anerkennung empfand sie nicht als Bestätigung, sondern als gestiegene Anforderung. „Bei mir kommt das an wie: Du musst jetzt noch mehr geben, damit alle stolz sind“, erläutert sie. Ihr Selbstwertgefühl war bereits in jungen Jahren an ihre Leistungen in der Schule geknüpft. Das berichtet „FOCUS online“.
Die Freude war plötzlich weg
Schließlich kollabierte dieses ganze Gefüge. Jegliches Vergnügen schien auf einmal verschwunden. Sogar Fußball, ihr allergrößtes Hobby, empfand sie nur noch als Last. „Ich hatte gar keinen Spaß mehr an irgendwas“, blickt sie auf diese schwere Phase zurück. Die täglichen Routinen wurden zu einer riesigen Herausforderung, bis sie sich endlich traute, Unterstützung anzunehmen.
Aktuell wird Hannah in einer psychosomatischen Einrichtung betreut. Dort arbeitet sie sich mit einem Mix aus Sport-, Einzel- und Gruppensitzungen wieder ins Leben zurück. Gerade zu Beginn war es für sie unglaublich schwierig, ihre Emotionen in Worte zu fassen. Ihre Therapeutin macht deutlich, wie enorm der Leidensdruck war: „Depressive Gedanken und Ängste haben eine große Rolle gespielt.“
Wenn Wut sich wie Trauer anfühlt
Ein zentraler Baustein der Behandlung ist, die eigenen Emotionen wieder zu spüren und zu artikulieren. Hierbei machte Hannah eine erstaunliche Feststellung: Zorn nimmt sie häufig nicht als solchen wahr. „Ich fühle Wut eher als Traurigkeit“, erklärt sie. Nach und nach lernt sie jetzt, nachsichtiger mit sich umzugehen, eigene Fehler zuzulassen und den lähmenden Druck abzubauen.
Medizinerinnen warnen eindringlich: Bleibt andauernder Stress ohne Behandlung, kann dies in eine bedrohliche „depressive Spirale“ führen. Die Betroffenen isolieren sich zunehmend und geben die Hoffnung auf. Deshalb sei es von größter Bedeutung, rechtzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen.
„Man ist nicht kaputt, sondern verletzt“
Hannah verzeichnet deutliche Erfolge und möchte mit ihrer Erfahrung anderen Menschen Hoffnung geben. Ihre Botschaft ist unmissverständlich: „Psychische Erkrankungen sind wie körperliche“. Sie ergänzt: „Man ist nicht kaputt, sondern verletzt. Und Verletzungen kann man heilen.“ In Kürze steht ihre Rückkehr in den Alltag an – ein Schritt, der mit Freude, aber auch mit Sorge verbunden ist. Ihr Schicksal dient als eindringlicher Appell: Auch junge Menschen können von Burnout betroffen sein, besonders wenn der Leistungsgedanke das persönliche Wohlergehen dominiert. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

