Betreuer schlagen Alarm: Die Jüngsten können nicht mehr ohne Handy.
Kita-Kollaps in DeutschlandSchon Babys sind süchtig nach Tablets

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Kleinkinder am Tablet: Experten warnen vor Folgen (Symbolbild).
Ein neues Phänomen macht sich in deutschen Kitas und sogar Krippen breit: Smartphones und Tablets sind überall und bringen das Personal an seine absoluten Grenzen. Virginie Tyou, eine Spezialistin für digitale Regulierung in Europa, die sich seit langer Zeit auf Kinder und Technologie konzentriert, erreichen immer mehr verzweifelte Appelle. Kitas und sogar Krippen wenden sich an sie, weil der Gebrauch von Handys und Tablets bei vielen Kleinkindern einfach nicht mehr zu bewältigen ist. „Sie kommen zu mir und sagen: ‚Wir werden damit nicht mehr fertig‘“, offenbarte Tyou gegenüber der „Welt“.
Die Lage ist wirklich dramatisch. Die Spezialistin wurde sogar schon von Krippen-Mitarbeitern kontaktiert, die sich über Babys beklagen, welche nur noch mit einem Tablet in den Schlaf finden. Ein großes Problem sind auch vernetzte Kuscheltiere sowie andere programmierte Gegenstände, die alles mitschneiden. Für die Eltern sind die Gefahren oft schwer zu erkennen, da ihr Kind sich ja in der vermeintlich sicheren Umgebung daheim aufhält. „Es gibt keine sichtbare Gefahr. Also wird unser Beschützerinstinkt nicht aktiviert“, erläuterte Tyou gegenüber der „Welt“. Das berichtet „FOCUS online“.
Doch die unsichtbaren Dinge haben krasse Folgen, besonders für das Selbstbild, den Umgang mit anderen und das Einfühlungsvermögen der Kleinen. Die Fachfrau rät eindringlich dazu, Kinder unter drei Jahren im besten Fall überhaupt nicht vor einen Bildschirm zu lassen. Eine Mutter aus den USA geht sogar noch einen Schritt weiter. Sie hat mit anderen Eltern aus der Klasse ihrer Tochter einen Pakt geschlossen, den Kids erst nach der achten Klasse ein Smartphone zu besorgen. Ihr Ziel ist es, diesen Moment so weit wie möglich aufzuschieben und den Kindern „echte Gespräche zu ermöglichen, bevor wir all die Ablenkungen zulassen.“
Aber die Kleinsten mit Handy oder Tablet sind nicht die einzige Sorge in den deutschen Kindertagesstätten. Laut dem „Statistischen Bundesamt“ gab es am 1. März 2025 zwar ungefähr 61.000 Einrichtungen, was eine leichte Zunahme im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Die Mehrheit davon wird von freien Trägern geführt (etwa 40.000) gegenüber öffentlichen Anbietern (etwa 20.000). Trotzdem haben Eltern in vielen Regionen Deutschlands massive Probleme, einen Kita-Platz zu ergattern, die Kommunen leiden unter Geldnot und die Träger stellen Personal ein, dem oft die klassische Qualifikation fehlt.
Besonders der Mangel an qualifiziertem Personal macht den Alltag in den Kitas zur Zerreißprobe. Frische Daten der Bertelsmann Stiftung belegen jetzt: Diese Entwicklung hielt auch im letzten Jahr an. In zehn Bundesländern ging der Anteil der Einrichtungen mit vielen gut ausgebildeten Fachkräften zwischen 2023 und 2024 zurück. Am schlimmsten sieht es in Bremen, dem Saarland und Mecklenburg-Vorpommern aus. Einzig Sachsen verzeichnete eine deutliche Verbesserung. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

