Pizza im TestamentJetzt essen und nach dem Tod bezahlen – skurriles Angebot von Pizza-Kette

Eine Pizza Margherita wird für den Ofen vorbereitet.

Eine Pizza-Rechnung für nach dem Tod. Diese Pizza-Kette aus Neuseeland bietet das Zahlen per Testament an.

Wer Pizza essen möchte, aber gerade kein Geld parat hat, kann hier per Testament bezahlen. Diese Pizza-Kette macht’s möglich. 

von Nina Naunheim (nmn)

Einen Bestell-Service der besonderen Art hat nun eine Pizza-Kette ins Leben gerufen. Hier kann man seine Pizza erst nach dem Tod bezahlen. Die Kette „Hell Pizza“ in Neuseeland hebt das „Buy now pay later“-Prinzip (BNPL) auf eine neue und etwas morbide Ebene: Zahlung per Testament. Ihre Kundschaft kann auch noch nach dem Tod ihre Pizza-Rechnung begleichen.   

Die Pizza-Kette nennt diesen besonderen Service Afterlife Pay – „buy now, pay much later“. Wie der Pizza-Service selbst betont, sollen hier keine zusätzlichen Gebühren anfallen. Aber wie funktioniert das Zahlen nach dem Tod?

Afterlife Pay bei Hell-Pizza: So kann man nach dem Tod zahlen

Wenn sich Kundinnen und Kunden für Afterlife Pay entscheiden, landen Sie zunächst auf einer Kampagnen-Landingpage. Hier wird die Hell-Pizza-Kundschaft über die Bedingungen informiert: Insgesamt werden 666 Personen in Neuseeland und 666 Personen in Australien ausgewählt. Wenn sie nach dem Tod zahlen möchten, müssen ihre Schulden im Testament vermerkt werden. 

Hier sehen Sie die ungewöhnliche Pizza-Werbung: 

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Die auserwählten Personen können dann problemlos kostenfrei Pizza bestellen, jedoch bleibt die Rechnung natürlich erhalten. Denn im Testament wird eine rechtsgültige Klausel unterzeichnet, sodass Hell-Pizza sich sein Geld später zurückholen kann.

Die Gefahr: Nach dem Tod bezahlen – eine echte Schuldenfalle 

Die BNPL-Bezahlmethode wird auch in Deutschland immer beliebter. Online-Dienste wie Klarna und Afterpay ermöglichen es insbesondere jungen Menschen, schnell und einfach online einzukaufen – und das ganz ohne Kosten. Doch dahinter steckt auch eine große Gefahr: Schulden. „Denn wer häufig auf den Service zurückgreift, riskiert es, Schulden anzuhäufen“, so die Verbraucherzentrale

Der CEO von Hell-Pizza, Ben Cumming, startete Afterlife Pay insbesondere, um BNPL-Anbieter ins Lächerliche zu ziehen. Er sehe ebenfalls die Gefahr hinter diesem Service und äußert sich dazu auch auf seiner Webseite: „Man kann sich schnell verschulden. Wir glauben nicht, dass Menschen das für eine Pizza tun sollten – wir ziehen es vor, dass sie Hell [Pizza] im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten kaufen.“ Afterlife Pay wird daher wahrscheinlich nicht das neue Bezahlmodell der Zukunft. (nmn)