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Alarmierende StudieDieses Gift lässt Fische schneller altern

Ein Fischer fischt mit einem Netz am Ufer

Pestizide verkürzen Fischleben, gefährden Bestände

Gift-Alarm in unseren Gewässern: Machen Pestizide Fische alt und krank?

Eine brandaktuelle Untersuchung sorgt für Aufsehen: Die Lebenszeit von Fischen wird durch Pestizide womöglich radikal verkürzt! Schon winzige Dosen der gängigen Agrar-Gifte beschleunigen anscheinend den Alterungsprozess der Wasserbewohner. Zu diesem Ergebnis kam eine Wissenschaftlergruppe, angeführt von Jason Rohr, einem Biologen an der University of Notre Dame in Indiana. Das wahre Risiko lauert dabei nicht bei einer hohen Einzeldosis, sondern bei der ständigen Konfrontation mit geringen Mengen, die überall in unserer Natur zu finden sind.

Im Fokus der Studie, bei der auch Wissenschaftler Kai Huang mitwirkte, standen die Informationen von mehr als 20.000 Fischen (die Art „Lake Skygazer“) aus Seen in China. In diesen Seen wurde eine permanente, geringe Verseuchung mit dem verbreiteten Pestizid Chlorpyrifos nachgewiesen. Die Forscher entdeckten bei den Tieren aus den belasteten Gewässern verkürzte Telomere. Diese kann man sich als Schutzkappen der Chromosomen-Enden vorstellen, die quasi die innere Uhr für das Altern sind. Das berichtet „the Guardian“.

Verkürzen sich diese Telomere, gilt dies als eindeutiges Indiz für den Alterungsprozess der Zellen und eine schwächere Selbstheilungskraft des Organismus. Auffällig war: Die Fischbestände in den kontaminierten Seen setzten sich vor allem aus jungen Exemplaren zusammen – ein Hinweis auf ein kürzeres Leben. Im Labor kam dann die bittere Bestätigung für diese erschreckenden Resultate: Eine dauerhafte Belastung durch geringe Mengen reduzierte nicht nur die Überlebensrate der Fische, sondern beschädigte auch die Telomere.

Doch damit nicht genug: In den Lebern der Tiere entdeckten die Wissenschaftler zudem Ansammlungen von Lipofuscin. Das ist eine Form von zellulärem „Abfall“, der sich mit zunehmendem Alter anhäuft. Der eigentliche Hammer: Solche Alterungserscheinungen zeigten sich schon bei Werten, die sogar unter den geltenden US-Sicherheitsgrenzwerten für Süßwasser angesiedelt sind. Jason Rohr mahnt, der Glaube, Chemikalien wären unbedenklich, solange sie nicht direkt schaden, sei ein fataler Irrtum. Schleichende, geringe Dosen können über die Zeit unbemerkt Schäden verursachen, weil sie das biologische Altern vorantreiben.

Ein derart verkürztes Leben ist extrem bedenklich. Der Grund: Ausgerechnet die älteren Fische sind die wahren Stützen für die Vermehrung, die genetische Vielfalt und den Fortbestand der ganzen Art. Wenn sie zu früh sterben, kann das katastrophale Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem haben. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.