In der Flensburger Förde löst ein seltener Besucher großes Erstaunen aus.
Plötzliche Sichtung in der OstseeKommt mit diesem Belugawal das nächste Drama?

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Ein weißer Belugawal spielt im klaren blauen Wasser. (Symbolbild)
Ein wirklich außergewöhnliches Schauspiel! Ein Beluga, komplett weiß, erregt in der Bucht nahe Flensburg gewaltiges Interesse. Wie das Online-Blatt „Der Nordschleswiger“ meldet, wurde der besondere Besucher in der deutsch-dänischen Grenzregion im Wasser entdeckt. Die aktuellste Sichtung des Wals war bei Ekensund, nachdem er sich davor in der Gegend um die Insel Alsen befand. Bereits vor circa vier Wochen ist der Meeressäuger bei Årøsund auf Video festgehalten worden.
Weißer Beluga: Außergewöhnliches Schauspiel in der Ostsee
Carl Kinze, ein dänischer Fachmann für Wale, vermutet, dass die unterschiedlichen Beobachtungen auf ein und dasselbe Individuum zurückzuführen sind. Er erläuterte gegenüber „TV Syd“, diese Verhaltensweise sei nicht ungewöhnlich, weil Belugas Zonen in Küstennähe favorisieren. Kinze zeigt sich zuversichtlich, dass das Meerestier selbstständig wieder in offenere Meeresgebiete schwimmen wird. Allerdings könnten Fischernetze eine große Gefahr für den Wal bedeuten.

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Weißer Beluga (Symbolbild)
Obwohl die Beobachtung eines einzelnen Belugas in den schmalen Gewässern der Förde als „besonderes Naturphänomen“ gilt, handelt es sich nicht um ein erstmaliges Ereignis. Kinze zufolge wurden in der Region schon 1903, 1964 sowie letztmalig 2012 solche Beobachtungen gemacht. Zusätzlich zeigte sich in den 1980er-Jahren ein Exemplar im Kleinen Belt.
Weißwale: Die „Kanarienvögel der Meere“
Gewöhnlich ist diese Tierart, auch als Weißwal bekannt, in arktischen sowie subarktischen Regionen beheimatet, zum Beispiel in den Gewässern bei Grönland und Spitzbergen. Diese Spezies, die zur Familie der Gründelwale gehört, wird bis zu sechs Meter lang und kann ein Gewicht von mehr als einer Tonne erreichen.
Man betrachtet Belugas als soziale Tiere, die häufig in Verbänden anzutreffen sind. Den Beinamen „Kanarienvögel des Meeres“ verdanken sie ihren abwechslungsreichen Vokalisationen, welche Pfeif-, Zirp- sowie Klicklaute umfassen. Ihre Nahrung setzt sich vorwiegend aus Fischsorten wie Hering oder Lachs zusammen, wird aber durch Tintenfische und Krebstiere ergänzt. Auf der Suche nach Futter sind sie fähig, in Tiefen von beinahe 1.000 Metern hinabzugleiten. (jag)
