Nächster „ZDF Magazin Royale“-Coup Jan Böhmermann leakt geheime NSU-Akten 

Jan Böhmermann (ZDF Magazin Royal) steht vor der Verleihung des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis 2021 auf der Bühne im Funkhaus.

Gemeinsam mit „FragDenStaat“ hat das „ZDF Magazin Royale“-Team von Jan Böhmermann, hier bei der Verleihung des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis 2021, geheime NSU-Akten des hessischen Verfassungsschutzes veröffentlicht.

Nächster Coup von Jan Böhmermann und der „ZDF Magazin Royale“-Redaktion: Gemeinsam mit dem Portal „FragDenStaat“ hat das Team die NSU-Akten des hessischen Verfassungsschutzes geleakt.

„NSU-Akten gratis! Wir veröffentlichen, was der Verfassungsschutz 120 Jahre geheim halten wollte“. Mit diesen Worten werden Besucher der Website nsuakten.gratis begrüßt. Erstellt haben die Website Journalisten von „ZDF Magazin Royale“ und „FragDenStaat“.

Obwohl diese teilweise bis zum Jahr 2134 geheim gehalten werden sollten, sind dort sämtliche Geheimakten des Verfassungsschutzes zum NSU frei zugänglich. Die Öffentlichkeit habe ein Recht darauf.

NSU-Akten veröffentlicht – doch wenig Geheimes

„Der hohe Grad der Geheimhaltung irritiert viele Menschen und sorgt für Spekulationen. Viele sehen in der ursprünglich verhängten 120-jährigen Sperrfrist den Beleg dafür, dass der hessische Verfassungsschutz noch viel schlimmere Fehler gemacht haben muss, als er bisher zugegeben hat“, wird auf der Seite erläutert.

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Aber: Wirklich Geheimes steht in den Akten nicht. Auch über den NSU selbst ist nicht viel zu lesen. „Wer hofft, in diesen Berichten die Antwort auf offene Fragen zum NSU, Beweise für gezielte Vertuschungsversuche oder gar den Beleg für die Rolle des Verfassungsschutzes bei der Mordserie zu finden, wird enttäuscht“, stellen die Redaktionen fest.

Fazit: „Die ‚NSU-Akten‘ geben also kein abschließendes Urteil zur Arbeit des hessischen Verfassungsschutzes zum NSU – weil der hessische Verfassungsschutz selbst nicht weiß, was der hessische Verfassungsschutz alles wusste.“

Lübke-Mörder Ernst in NSU-Akten vertreten

Dafür ist aber der Name Stephan Ernst prominent vertreten. Bereits 2009 stufte der Verfassungsschutz ihn als „aggressiv und gewalttätig“ ein. Zudem habe der Geheimdienst ihn beim Lagern von Propangas und Sprengstoff in einem Steinbruch erwischt.

In den Fokus der Ermittler geriet Ernst dadurch allerdings nicht – ab 2015 galt sein Vorgang als „erkaltet“. Rund vier Jahre später erschoss er dann den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübke (CDU) wegen dessen Aussagen zur Flüchtlingspolitik.

Sehen Sie hier das „ZDF Magazin Royale“-Video zur Veröffentlichung der NSU-Akten:

„Wir glauben, die Öffentlichkeit hat das Recht zu erfahren, was genau in jenen Dokumenten steht, die ursprünglich für mehr als ein Jahrhundert geheim bleiben sollten“, begründet das Team um Böhmermann seine Arbeit daher.

Der Nationalsozialistische Untergrund hatte zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen ermordet. Bis die NSU-Terroristen im Jahre 2011 in Eisenach entdeckt wurden, wurde vor allem im migrantischen Umfeld der Opfer nach den Tätern gesucht. (sal)

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