Abo

Vergessene Heldin der BürgerrechteJetzt ist die Frau tot, die vor Rosa Parks aufstand

Skulpturen von Personen an einer Backsteinwand

Menschen prägen Geschichte, ihr Vermächtnis bleibt (Symbolbild).

Sie schrieb Geschichte, doch blieb lange im Schatten.

Eine Wegbereiterin der US-Bürgerrechte ist nicht mehr da. Claudette Colvin ist im Alter von 86 Jahren verstorben. Ihre Stiftung bestätigte am Dienstag ihren Tod und würdigte ihr Erbe: Sie hinterlasse ein „Vermächtnis des Mutes, das dazu beigetragen hat, den Lauf der amerikanischen Geschichte zu verändern“. Berühmt wurde sie durch einen Akt des Widerstands im Jahr 1955. Als gerade einmal 15-jähriges Mädchen weigerte sie sich in Montgomery, Alabama, in einem Bus aufzustehen, um ihren Platz für eine weiße Frau freizumachen. Die Folge: Sie wurde kurzzeitig festgenommen, der Vorwurf lautete Störung der öffentlichen Ruhe.

Ihre damalige Entscheidung erklärte sie 2023 in Paris gegenüber Reportern mit den Worten: „Ich blieb sitzen, weil die Dame sich auf den Sitzplatz mir gegenüber hätte setzen können“. Sie fügte hinzu: „Die Leute fragen mich, warum ich mich weigerte, mich zu bewegen, und ich sage: Ich war von der Geschichte an den Platz gefesselt.“ Ein Jahr nach diesem mutigen Protest zog sie mit drei weiteren schwarzen Frauen vor Gericht. Sie reichten Klage gegen die Rassentrennung in den Bussen von Montgomery ein. Der Prozess war ein voller Erfolg und setzte einen Meilenstein, der den öffentlichen Verkehr in den gesamten USA veränderte – von Zügen über Flugzeuge bis hin zu Taxis. Das berichtet „t-online“.

Trotz ihrer bahnbrechenden Tat stand Colvin lange nicht so im Fokus der Öffentlichkeit wie Rosa Parks. Nur wenige Monate nach Colvins Protest sorgte Parks in derselben Stadt mit einer ähnlichen Aktion für Furore und wurde zur Symbolfigur der modernen US-Bürgerrechtsbewegung. Der Grund für die unterschiedliche Wahrnehmung: Parks war zum Zeitpunkt ihres Protests bereits ein etabliertes Mitglied der Bürgerrechtsorganisation NAACP, weshalb ihre Rolle stärker wahrgenommen wurde. Die Verhaftung von Parks löste den einjährigen Busboykott in Montgomery aus, der wiederum dem Aktivisten Martin Luther King Jr. zu landesweiter Bekanntheit verhalf. Colvin, geboren 1939 in Alabama, hatte es schwerer. Sie wurde von der Bewegung fallen gelassen, als bekannt wurde, dass sie unverheiratet schwanger war. Erst viele Jahre später wurde ihr entscheidender Beitrag zum Ende der Rassentrennung endlich gewürdigt. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.