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Genialer Trick gegen MalariaSo einfach können Mütter ihre Babys schützen

Lächelnde afrikanische Mutter trägt ihr Baby

Mütter schützen Babys mit behandelten Tüchern vor Malaria (Symbolbild).

Ein simples Tragetuch wird zur Lebensrettung für Babys.

Ein uralter Brauch könnte sich als die neue Geheimwaffe im Kampf gegen Malaria erweisen! Wissenschaftler in Uganda machten eine bahnbrechende Entdeckung: Mit einem Insektizid präparierte Tragetücher reduzieren die Malaria-Infektionen bei Babys dramatisch. Das Tragen von Säuglingen in Stofftüchern auf dem Rücken ist eine weitverbreitete Gewohnheit von Afrika über Lateinamerika bis nach Asien und wird jetzt zu einem echten Lebensretter. An Malaria sterben jährlich über 600.000 Menschen, wobei es sich meistens um afrikanische Kinder unter fünf Jahren handelt.

Die Untersuchung fand in Kasese statt, einer gebirgigen, ländlichen Gegend im Westen Ugandas. Hierfür wurden 400 Mütter mit ihren ungefähr sechs Monate alten Säuglingen begleitet. Eine Gruppe erhielt Tücher, die mit dem Insektenschutzmittel Permethrin behandelt waren, welche man dort „Lesus“ nennt. Die andere Hälfte bekam zum Vergleich Tücher, die als Scheinbehandlung nur in Wasser getaucht wurden. Sechs Monate lang wurde dann dokumentiert, welche Kinder an Malaria erkrankten, während die Tücher jeden Monat eine neue Behandlung erhielten. Das Resultat ist eine echte Sensation: Die Malaria-Häufigkeit bei den Säuglingen mit den behandelten Stoffen war um zwei Drittel geringer. Auf 100 Babys kamen in dieser Gruppe pro Woche 0,73 Erkrankungen, im Gegensatz zu 2,14 in der Kontrollgruppe. Das berichtet „the Guardian“.

Bei allen Beteiligten sorgten die Resultate für riesige Euphorie. Eine Mutter von fünf Kindern erzählte bewegt: „Dies ist das erste, das ich in einem behandelten Tuch getragen habe, und es ist das erste Mal, dass ich ein Kind habe, das keine Malaria hatte.“ Edgar Mugema Mulogo, einer der Studienleiter von der Mbarara University of Science and Technology, bezeichnete das Ausmaß dieses Erfolgs als „ganz hervorragend“. Sein Forschungspartner, Dr. Ross Boyce von der University of North Carolina at Chapel Hill, war derart überrascht, dass er die Auswertung zur Sicherheit wiederholen ließ. „Ich war mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob es funktionieren würde“, gestand Boyce.

Der Grund für diesen neuen Ansatz ist eine alarmierende Entwicklung: Die Moskitos, die den Malaria-Erreger in sich tragen, sind immer öfter auch am Tag oder am frühen Abend aktiv. Dadurch verlieren die bisher so entscheidenden Moskitonetz-Betten an Effektivität. „Wir müssen auch eine Lösung finden, um die Stiche zu verhindern, die wahrscheinlich Malaria übertragen, bevor man ins Bett geht, wenn man sich im Freien aufhält“, erläuterte Mulogo. Weil die Tragetücher in den Dörfern überall präsent sind und auch als Umhänge oder Bettlaken dienen, bieten sie den idealen Ansatz.

Sogar die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie die Gesundheitsbehörden in Uganda bekunden bereits großes Interesse. Diese Methode könnte Säuglinge schützen, deren Schutz durch mütterliche Antikörper nachlässt, häufig bevor eine Impfung möglich ist. Das Insektizid Permethrin wird als unbedenklich eingestuft und kommt seit Jahren bei Textilien zum Einsatz, beispielsweise beim US-Militär. Zwar zeigten sich bei den Babys mit den behandelten Tüchern geringfügig mehr Hautausschläge (8,5 Prozent im Vergleich zu 6 Prozent), aber kein Fall war so schlimm, dass die Studienteilnahme beendet werden musste.

Die Wissenschaftler suchen nun nach Sponsoren, um die weiteren Forschungsphasen zu finanzieren. Boyce möchte gerne untersuchen, ob auch behandelte Schulkleidung die Malaria-Zahlen drücken kann. Er zeigt sich zuversichtlich, dass die simple Art der Methode überzeugen wird. „Meine Mutter kann verstehen, was wir getan haben. [...] Wir haben etwas Stoff genommen und ihn eingeweicht. Und es ist spottbillig“, erklärte er. Auf lange Sicht könnte die lokale Herstellung der imprägnierten Tücher sogar eine vielversprechende Geschäftsidee sein. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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