Lava-Strom auf La Palma Schockierende Luftaufnahmen zeigen dramatische Entwicklung

Das Foto an der Küste von La Palma zeigt, wie der Lava-Strom ins Meer stürzt.

Das Foto an der Küste von La Palma zeigt, wie der Lava-Strom ins Meer stürzt.

Nach dem Vulkanausbruch auf La Palma bricht sich ein unaufhaltsamer Lava-Strom durch das Land. Dramatische Entwicklung: Das flüssige Gestein hat bereits eine Halbinsel an der Küste geformt.

La Palma. Es sind faszinierende, aber auch zutiefst schockierende Luftaufnahmen, welche Wissenschaftler von dem Lava-Strom auf der Insel La Palma veröffentlicht haben.

Die Bilder des wissenschaftlichen Marine-Instituts von Andalusien zeigen: Der Lava-Strom aus dem Vulkan Cumbre Vieja hat vor der Kanareninsel La Palma inzwischen ein Delta geformt.

Lava bildet nach Vulkanausbruch auf La Palma Halbinsel im Meer

Die verstörenden Szenen belegen, wie das flüssige Gestein über eine Klippe ins Meer stürzt. Dort erkaltet es langsam und bildet eine neue Landmasse. So hat sich in den wenigen Tagen bereits eine rund 30 Hektar große Halbinsel an der Westküste der Insel gebildet.

Die schwarze, meterdicke Lavaschicht bedeckt nach Angaben des europäischen Erdüberwachungssystems Copernicus gut 367 Hektar.

Vom dunklen Ascheregen sind nach jüngsten amtlichen Informationen sogar mehr als 3300 Hektar betroffen. Das entspricht ungefähr der Fläche von 4500 Fußballfeldern.

Neuer Schlot am Vulkan Cumbre Vieja auf La Palma

Am Vulkan im Höhenzug Cumbre Vieja auf La Palma hatte sich am Samstag ein neuer Schlot aufgetan. Vorerst gebe es aber keine Hinweise darauf, dass dadurch Gebiete, die bisher von den Lavaströmen verschont wurden, in Gefahr seien, teilte das Vulkanologische Institut (Involcan) der Kanaren mit.

Weitere Videos zeigen die Lava-Hölle auf La Palma. Der Vulkan wird aggressiver:

Die Schäden durch den Vulkanausbruch auf der kleinen Kanareninsel La Palma werden immer größer. Seit der Vulkan in der Cumbre Vieja im Süden der Insel am 19. September erstmals nach 50 Jahren wieder aktiv wurde, hat die Lava schon mehr als 1000 Gebäude zerstört, davon 880 Wohnhäuser.

Viele Menschen auf La Palma haben ihre Heimat für immer verloren

Mehr als 5500 Menschen waren auch am Sonntag weiter in Hotels oder bei Angehörigen untergebracht. Viele von ihnen werden nie mehr in ihre Häuser und Ortschaften zurückkehren können - diese liegen unter einer meterdicken Lavaschicht begraben.

Große Ernteausfälle in den Bananenplantagen, dem wichtigsten Erzeugnis der Insel, kommen zu der bitteren Bilanz der ersten zwei Wochen hinzu. „Hier sieht man viele Menschen ständig weinen“, sagte ein älterer Mann zu RTVE.

Ein Ende des Ausbruchs des Vulkans, der schon jetzt 80 Millionen Kubikmeter Lava ausgespuckt hat und damit doppelt so viel wie der vor 50 Jahren, war indes weiter nicht in Sicht. „Noch nie in der bekannten Geschichte der Insel gab es solche Schwierigkeiten“, klagte der Regionalregierungschef Ángel Víctor Torres.

Ein Avocado-Bauer nahm die Sache mit Gleichmut: „La Palma ist Vulkangebiet. Was der Vulkan dir nimmt, das gibt er dir auch zurück“, zitierte ihn die Zeitung „La Vanguardia“. (jv/dpa)

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