„Albtraum wurde wahr“ Sanitäterin wird zu Unfall gerufen – und erkennt nicht, wen sie da behandelt

Mit eingeschaltetem Blaulicht fährt ein Rettungswagen am Morgen über eine Kreuzung, die noch im Nebel liegt.

Mit eingeschaltetem Blaulicht fährt ein Rettungswagen am Morgen über eine Kreuzung, die noch im Nebel liegt. Die Aufnahme dient als Symbolfoto.

Es ist der Albtraum jeder Eltern: Das eigene Kind verlieren. Einer Mutter aus Kanada ist genau das passiert. Doch die Geschichte hinter diesem Fall ist besonders tragisch.

Die Kanadierin Jayme Erickson arbeitet seit Jahren als Sanitäterin. Immer wieder muss sie an Unfallorte fahren, Erste Hilfe leisten und tragische Schicksalsschläge miterleben. Doch ein Einsatz nahm für die Mutter nun eine dramatische Wendung und wurde zu ihrem persönlichen Albtraum.

Vor einer Woche wurde Erickson gemeinsam mit ihrem Kollegen zu einem Verkehrsunfall gerufen. Auf Facebook schildert sie den Tag wie folgt: „Am 15. November wurden mein Partner und ich um 4.30 Uhr zu einem Verkehrsunfall westlich von Airdrie gerufen. Bei unserer Ankunft fanden wir zwei Patienten mit Verletzungen vor, wobei der Beifahrer eingeklemmt und schwer verletzt war.“

Kanada: Sanitäterin wird an Unfallort der eigenen Tochter gerufen 

Sie eilte sofort zu Hilfe, versuchte, die verletzte Person zu betreuen, während Einsatzkräfte der Feuerwehr mit der Befreiung beschäftigt waren. Mit Erfolg. Die Verletzte konnte aus dem Wagen befreit werden und wurde mit schwersten Verletzungen in eine Klinik geflogen. Für Jayme war der Einsatz damit beendet. Dachte sie.

Denn als sie an diesen Tag nach Hause kehrte, klingelte es plötzlich an ihrer Tür. Sie erklärt: „Wenige Minuten nachdem ich zu Hause angekommen war, klingelte es an meiner Tür. Mein Leben war für immer verändert.“ Denn die Mutter erhielt eine Hiobsbotschaft. Ihre Tochter war in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt.

Kurz darauf folgt die grausame Gewissheit. Erickson schreibt: „Der schwer verletzte Patient, den ich gerade versorgt hatte, war mein eigen Fleisch und Blut. Mein einziges Kind. Mein Mini-Ich. Meine Tochter, Montana. Ihre Verletzungen waren so furchtbar, dass ich sie nicht wiedererkannte.“

Kanada: Tochter stirbt bei Unfall, Mutter ahnte von nichts 

Sie eilte sofort ins Krankenhaus, doch die Verletzungen, die Montana sich bei dem Unfall zugezogen hatten, waren zu schwerwiegend. Die 17-Jährige verlor den Kampf ums Leben. 

Für Mama Jayme bricht eine Welt zusammen: „Ich bin erschüttert. Ich bin gebrochen. Mir fehlt ein Stück von mir. Ich muss die Scherben aufsammeln und es wird von mir erwartet, dass ich weitermache“, so erzählt sie verzweifelt. In ihrem bewegenden Post teilt die Kandadierin Fotos von Montana und Fotos aus dem Krankenhaus, welche die Hände von Mutter und Tochter zeigen. 

Doch die Mutter will anderen Menschen durch ihre Geschichte auch eine wichtige Botschaft mit auf den Weg geben: „Wenn du jemanden liebst, dann halte an ihm fest, bis du es nicht mehr kannst.“ (mei)

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