Ein gewöhnlicher Knöchelbruch entwickelte sich für eine Frau zu einem Albtraum, der sie ihr Bein kostete.
Horror-Fehler im KrankenhausBein amputiert – jetzt ist sie Millionärin

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Arzt, Krankenwagen und Herzlinie.
Was für eine schreckliche Leidensgeschichte! Eine Frau aus der westfranzösischen Stadt Poitiers lebt seit 2021 ohne ihr linkes Bein. Die Ursache: eine schlimme Infektion infolge einer Versorgung im Krankenhaus. Nach einem jahrelangen juristischen Kampf, der 2016 seinen Anfang nahm, wurde die medizinische Einrichtung nun zur Zahlung einer enormen Summe verdonnert.
Der Horror nahm 2016 seinen Anfang mit einem simplen Bruch am Knöchel. Die Frau wurde im Poitiers University Hospital versorgt, doch im Anschluss an den Eingriff fing sie sich eine Infektion ein. Ein Jahr danach, mit einem weiteren Bruch, ging sie erneut in dieselbe Klinik – und steckte sich wieder an, dieses Mal mit dem üblen Bakterium Staphylococcus aureus. Nach 18 Monaten, die sie als „medizinisches Umherwandern“ bezeichnet, kam die furchtbare Gewissheit: Das linke Bein war nicht mehr zu retten. Das berichtet „FOCUS online“.
Urteil: Klinik hat mehrfach versagt
Die Justiz erkannte eine unzureichende „medizinische Nachverfolgung“ sowie eine „Reihe von Versäumnissen“ seitens der Einrichtung als erwiesen an. Obwohl die anfängliche Forderung der Betroffenen von 3,2 Millionen Euro nicht vollständig bewilligt wurde, macht die ihr zugesprochene Summe sie zur Millionärin: Das Krankenhaus muss eine Entschädigung von 1,23 Millionen Euro leisten.
Zusätzlich zu diesem Betrag entstehen der Klinik weitere Belastungen. Laut dem Medium „La Depeche“ hat sie über 210.000 Euro Verzugszinsen sowie 124.000 Euro an die Krankenkasse der Frau zu entrichten. Die medizinische Einrichtung kann nun innerhalb von zwei Monaten gegen diese Entscheidung in Berufung gehen.
Kein Einzelfall: Die Gefahr durch Krankenhauskeime
Der Vorfall aus Poitiers ist tragischerweise kein Einzelfall. Infektionen in Kliniken stellen ein globales Problem dar. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erleiden jedes Jahr Millionen von Menschen in europäischen Krankenhäusern während ihres Aufenthalts eine Infektion. Insbesondere nach chirurgischen Eingriffen stellen Wundinfektionen eine verbreitete Komplikation dar.
Untersuchungen des European Centre for Disease Prevention and Control belegen die Tragweite: Rund sieben von 100 Patientinnen und Patienten in Europas Kliniken sind davon betroffen. Der Keim Staphylococcus aureus zählt dabei zu den verbreitetsten Verursachern. Alles in allem gibt es in der EU jährlich etwa 3,5 Millionen dieser sogenannten nosokomialen Infektionen. Derartige Vorkommnisse münden rechtlich oft in langwierige Verfahren, in denen Geschädigte eine Entschädigung beanspruchen können, sofern ein Behandlungsfehler oder Hygienemängel bewiesen werden. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

