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Gefährliche Abnehm-PillenFälscher-Mafia lauert auf den großen Coup

Nahaufnahme von Tabletten in orangefarbener Blisterpackung

Nahaufnahme von Tabletten in orangefarbener Blisterpackung.

Vorsicht, Abzocke! Fake-Diätpillen stehen in den Startlöchern.

Fachleute warnen mit Nachdruck: Eine Flut nachgemachter Schlankheitsmittel droht den Markt zu überrollen. Die Ursache dafür ist, dass die gehypten Präparate nun als Pillen verfügbar sind – ein gefundenes Fressen für Kriminelle. Anders als die bisherigen Injektionen können Tabletten viel unkomplizierter und mit einfacher Ausrüstung gefertigt werden. Das macht es skrupellosen Betrügern möglich, sie in riesigen Mengen herzustellen.

Im Vereinigten Königreich ist die Begeisterung für Schlankheits-Injektionen wie Wegovy und Mounjaro schon gewaltig. Untersuchungen legen nahe, dass Anwender nach einer Dauer von 72 Wochen durchschnittlich 14 bis 20 Prozent ihres Gewichts verlieren. Aber die Injektionen sind kostspielig, müssen gekühlt aufbewahrt werden und die Handhabung mit Nadeln ist für viele abschreckend. Aus diesem Grund entwickeln Pharmakonzerne wie Novo Nordisk und Eli Lilly fieberhaft an Alternativen zum Schlucken. Die Pille von Wegovy ist in den USA schon zugelassen, und Orforglipron von Eli Lilly wurde nach Beendigung der dritten Testphase der US-Behörde FDA zur Überprüfung vorgelegt. Das berichtet „the Guardian“.

Aber was ist in den nachgemachten Tabletten tatsächlich drin? Dr. Bernard Naughton, ein Wissenschaftler vom Trinity College Dublin, schlägt wegen der hochriskanten Inhaltsstoffe Alarm. Die Nachahmungen könnten verunreinigt sein, eine falsche Dosierung aufweisen oder sogar komplett ohne Wirkstoff sein. Es könnte sich auch um legal produzierte Arzneien handeln, die aus dem Vertriebsweg geklaut und nicht korrekt gelagert wurden. Naughton führt aus, dass es bereits Nachahmungen der Spritzen gibt. „Es ist relativ einfach, einfach eine Pille herzustellen und sie, wenn man eine gute Verpackung hat, fälschlicherweise als das legitime Produkt auszugeben“, so der Experte.

Seine Untersuchungen zum Patientenverhalten offenbaren überdies einen alarmierenden Trend: Im Internet sind Menschen bei Pillen deutlich risikofreudiger als bei Injektionen. „Selbst wenn sie denken, dass etwas nicht stimmen könnte, habe ich Beispiele gesehen, bei denen die Leute es trotzdem kaufen und einnehmen“, sagt er. Diese Neigung zum Risiko ist ein gefundenes Fressen für die Kriminellen. Denn der Bedarf an Präparaten wie Wegovy und Mounjaro ist schon heute größer als das offizielle Angebot, wie Oksana Pyzik von der UCL School of Pharmacy bestätigt.

Schon mehrfach hat die britische Arzneimittelbehörde MHRA davor gewarnt, Injektionen nur über offizielle Apotheken zu beziehen. Im vergangenen Oktober hat die Behörde eine Fabrik in Northampton gestürmt und dabei gefälschte Schlankheitsspritzen mit einem Wert von mehr als 250.000 Pfund sichergestellt. Unter den Funden waren auch Injektionspens mit dem experimentellen Mittel Retatrutid, das im Vereinigten Königreich überhaupt keine Zulassung besitzt. Ob es nach diesem Zugriff zu Festnahmen oder Anklagen kam, bleibt offen, da die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind.

Fachleute wie Bhavik Patel haben die Sorge, dass die gewaltige Flut an Tabletten die britische Grenzkontrolle sowie die MHRA überfordern wird. Oksana Pyzik macht außerdem auf einen beunruhigenden Trend aufmerksam: Verbrecher verlegen ihre Fertigung immer häufiger von ausländischen Importen in hochmoderne Anlagen im Inland. „Wenn eine illegale Fälscherfabrik durchsucht und geschlossen werden kann und kurz darauf anscheinend ohne Verhaftungen oder Strafverfolgungen wieder online auftaucht, ist das keine funktionierende Abschreckung“, moniert sie. Betroffene sollten deshalb Mittel nur auf Verschreibung und unter medizinischer Begleitung kaufen und einen Erwerb über soziale Netzwerke vermeiden. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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